Barack Obamas Vorbild sei - so die Medien - Lincoln, weil dieser die Sklaverei abgeschafft habe. Allgemein wird Obama als die Antwort gefeiert, nur so spaßbefreite Allesnörgler wie ich müssen mal wieder leise hüsteln und bedenklich den Kopf wiegen. Aber.
Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass der Präsiddent der Vereinigten Staaten von Amerika gar keine Revolution lostreten kann.
Wie denn auch?
Die Wahlkämpfe für die jeweiligen Kandidaten werden durch Spenden finanziert. Dafür müssen reichlichst Klinken geputzt werden. Um überhaupt Kandidat werden zu können, sind noch viel mehr Klinken notwendig, das fängt doch an der Uni an, oder? Die richtigen Kontakte, Clubs, Bünde, Lobbies. Viele Klinken, Verbindlichkeiten und Stricke.
Ich sage mal, ein Mann in dieser Position ist nur bedingt frei.
Und da spielt die Hautfarbe sowas von keine Rolle.
Dieses ganze Gefeier geht mir auf den Zünder, um es mal kurz zu machen.
Hollywood, so weit das Auge blickt.
Dieses Amt wurde inzwischen durch Gesellschaft und Medien dahingehend attribuiert, dass sein Inhaber die totale Macht genießt und personifiziert. Airforce One, Oval Office, First Lady, First Cat, First Katzenklo. Tonnenschwere Limousinen, Bodyguards mit Sonnenbrillen und Ohrknöpfchen, CIA und NSA.
Ultrasicher, ultrageheim, ultrawichtig. Alles tiptop.
Bei jedem dieser Begriffe klingeln bei uns allen tausend kleine Glöckchen, flackern viele bunte Bilder.
Und viele Jurastudenten und Jungpolitiker stehen vor diesem Fahrgeschäft wie die kleinen Jungen und sehen neidisch dem einen Jungen zu, der gerade in dieser ultracoolen Gondel sitzt und sich durch die Gegend schleudern lässt, sehen ihm neidisch zu und warten, bis sie hoffentlich auch mal an die Reihe kommen, um sich dann in dieser ultracoolen Gondel vom Rest der Kirmes bestaunen zu lassen. Die eigentlichen Entscheidungen werden derweil woanders gefällt.
Und Obama macht da keinen Unterschied.
Macht. Das einzige, was zählt.
Der soll die Todesstrafe abschaffen, diesen unglaublichsten Skandal, dieses Verbrechen an der Menschlichkeit, der Rechtsstaatlichkeit, der Aufklärung.
Dann gibt es von mir die Obama-Wochen, hier im Blog. Drei Wochen lang in Ton und Farbe.
Bis dahin muss ich leider sagen: O.K., Obama ist die Antwort, aber was war eigentlich die Frage?
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