Montag, 16. Mai 2016

Haumi, Schaumi



In einem goldenen Abschnitt meiner Kindheit hatte meine Mutter eine leicht zwanghafte Phase. In meiner Erinnerung machte sie genau zwei Dinge: Das rote Album der Beatles hören und mit meinem Bruder und mir in das Wellenbad an der Grünstraße gehen (danach gab es immer eine Prinzenrolle, noch in der Kabine). Das war alles geil, die Musik, das Album (vorne jung, hinten alt, das war Zauberei und ewiges Staunen), das Schwimmen, die Kekse. Ich war noch im Kindergartenalter, musste allerdings die Musik mitschmettern, denn die ging ins Blut. Der Refrain dieses Stückes kam mir spanisch vor: Eydeysuwie! Eydeysuwie! Zum Mitsingen nur bedingt geeignet, man wollte sich ja nicht lächerlich machen. Klarer schon die Aufforderung zu halten und zu lieben: Haumi, Schaumi. Das sang ich dann schon mal mit. Stellt man sich vor meinen Bruder, heute, und sagt: "Haumi, Schaumi", wird er vermutlich wie aus der Pistole geschossen antworten: "Eight Days A Week, Beatles." Vielleicht setzt er noch ein "Wellenbad" hinterher. Warum ich das schreibe? Keinen Schimmer! Eine Moral habe ich auch nur bedingt.

Kommentare:

Der Herr Alipius hat gesagt…

Ich habe jetzt den Geschmack von chlorhaltigem Wasser und Prinzenrolle im Mund

Charlotte hat gesagt…

Hehe...