Donnerstag, 4. Juni 2009

Tierisch.

Erst die Schweinegrippe, jetzt Schafskälte. What's next? Schabenfieber? Lurchregen? Czinczillafäule? Echt, ey. Kann ich ja gleich die Weihnachtsdeko wieder rausholen. Das Erkältungsbad ist schon aktiviert.
Das mit dem Flugzeug über dem Atlantik stinkt, da stimmt was nicht. Die können gar nicht schnell genug den Aktendeckel schließen. Seltsam.
Lese gerade Mittelalterromane, über Okzitanien, das Sang Real, reine Katharer und schuftige Papisten. Im Mittelalter hat die Kirche Kreuzzüge gegen Christen auf europäischem Boden geführt, das muss man sich mal vorstellen. Nebenher das blühende Okzitanien platt gemacht, und Frankreich (über lange Zeit die liebste Tochter Roms, man arbeitete hervorragend zusammen) war der lachende Dritte und verleibte sich den Süden ein.
Kann ich nur empfehlen: Peter Berling, "Die Kinder des Gral", "Das Blut der Könige", "Die Krone der Welt", "Der Schwarze Kelch", "Der Kelim der Prinzessin", da weiß man dann auch, wo Herr Brown seine Ideen her hat für seine Thriller. Vom Berling geklaut. Aber wer beklagt sich.
Ich bin mal weg, bis bald. Que Diauz vos bezigna!

Montag, 1. Juni 2009

Happy Birthday!


Liebe Jutta, liebe Hildegard,
zu Eurem Jubelfeste wünschen wir Euch aus der Ferne von Herzen alles Liebe, Ruhe und Gesundheit!
Es grüßen
Janina, Charlotte und die Drei von der Stanktelle

Mittwoch, 13. Mai 2009

Ich LIEBE Patzer.

Und ich liebe diesen Film. Also: Enjoy.

Sonntag, 10. Mai 2009

Liebste Mutter!!!!

Zum Muttertage 1000 virtuelle Rosen und eine konkrete Hilfestellung:



Liebe Grüße und einen schönen Nachmittag wünscht Dir Deine Tochter

Charlöttchen

Samstag, 2. Mai 2009

Brei und Baum

Der Himmelblaue kommt an und sagt, dass er an einem bestimmten Wochenende im Frühsommer gerne wegfahren würde, und ich sage: "Aber das geht nicht, da ist die Aufführung von der Theater-AG, und Du hast zwei Rollen, Du kannst die Leute nicht hängen lassen.", und er sagt: "Ja, aber das sind keine Sprechrollen.", und ich sag: "Wieso, was spielst Du denn?", und er sagt: "Einen Brei und einen Baum.", und ich sage: "Einen Brei?", und und er starrt mich an und hält die Hände waagerecht vor den Körper, lässt sie wellenartig wabern und bildet mit dem Mund mehrmals etwas, das entfernt nach "Blob, blob" klingt.
Wir starren uns gegenseitig an, und dann muss ich kichern. Er kichert mit. Ich werde ernst.
Ich sage ihm, dass er die Leute nicht hängen lassen kann.
Er trollt sich.

Sonntag, 26. April 2009

Der Frühling macht mich immer fertig, jedes mal. Verzeihung für die lange Sendepause, ich wanderte im finstren Tal und träumte vom Herbst, aber langsam gehts aufwärts.
Also: Die beste Lebensgefährtin von allen hat wieder mit asiatischem Kampfsport angefangen. Jedes mal, wenn ich jetzt ihren Missfallen errege, stellt sie sich breitbeinig hin, leicht seitlich zu mir gedreht, hält ihre Fäuste komisch und setzt eine sanfte Variante des Killerblicks auf. Manchmal, häufiger, macht sie es auch so, nur zum Spaß, wenn ich eigentlich brav war. Manchmal lässt sie auch noch spielerisch den Spann ihres Fußes gegen meine Hüfte ditschen, als Erinnerung daran, dass das auch fester geht. Das ist alles zum Zwecke der Übung, sagt sie mir dann, Karate kennt keinen ersten Angriff. Schöne Worte.
Was soll ich sagen? Ich fühle mich langsam wie Inspektor Clouseau, der, wenn er heimkehrt, durch die Wohnung schleicht auf der Suche nach seinem asiatischen Diener Kato, der irgendwo im Dunkeln lauert, um ihn k.o. zu hauen.
Ich werde mich im Kurzstreckensprint üben, denke ich. Tut mir mal ganz gut, die Bewegung.
Einen neuen Kühlschrank haben wir. Die Stadtwerke mussten ihren Champagnerbrunnen stilllegen, den sie mit unserer Stromrechnung finanzierten. Soll mir egal sein.
Das einzig niveauvolle im Fernsehen sind zur Zeit die Kommentare von Monty Arnold in der Sendung Upps - Die Pannenshow. Ist so. Thomas Mannsche Weite, biblische Tiefe, groß. Hätt ich gerne als Skript.
So, das muss erst mal reichen. Ermattet bin ich. Sch**** Frühling.

Sonntag, 19. April 2009

Ich bin noch da (!)

(Aber so wild war es gar nicht.)

Sonntag, 29. März 2009

Gestern schießt der Poldi ein Törchen, gegen Liechtenstein, so in der 50. Minute war das. Ich rufe ein halblautes "Tor" in den Raum, kommt die beste Lebensgefährtin von allen rein und fragt:
"Wie, schon wieder ein Tor?", sag ich:
"Ja, Prinz Poldi hat sein Tor geschossen!", guckt die mich an sagt belehrend:
"Hat eine Bude geknipst!"
Da war ich schon etwas verunsichert. Bisher konnte die bLva dem Fußball nicht viel abgewinnen, bis auf die großen WM-Spiele, und jetzt das. Muß ich mich von diesem Fußball-Greenhorn korrigieren lassen. Ich schwanke also zwischen Verunsicherung, Neugierde und leichter Verärgerung, da strahlt sie mich an und sagt:
"Das sagen die auf Eins Live immer!" und verläßt den Raum.
Das war eigentlich auch das Spannendste am ganzen Spiel, wie die bLva auf einmal ihr Vokabular so mir nichts Dir nichts erweitert hatte.

Montag, 23. März 2009

Wer hat denn da Geburtstag?

Lieber Vater, Opa und Klaus,
wir alle wünschen Dir von Herzen ein erfülltes, spannendes, ruhiges und gesundes neues Lebensjahr!
Es grüßen aus der Ferne Charlotte, Janina und die Drei von der Tankstelle!

Donnerstag, 19. März 2009

Lesetipp


Aus der Buchbeschreibung:
"Kurzbeschreibung
Tod in Afrika: Aids und die verhängnisvolle Morallehre der katholischen Kirche.
Stefan Hippler ist deutscher Pfarrer und Aids-Aktivist in Kapstadt und liegt mit seiner Kirche regelmäßig im Konflikt. Bartholomäus Grill war langjähriger Afrika-Korrespondent der Zeit und ist der Autor von »Ach, Afrika« (laut Spiegel »das beste deutschsprachige Afrika-Buch«). Zusammen haben sie eine zornige Streitschrift verfasst - wider die Sexualfeindlichkeit und Ignoranz der katholischen Kirche angesichts des afrikanischen Massensterbens. Stefan Hippler ist ein Pfarrer, der alle Vorurteile gegen den Katholizismus widerlegt. Er hat die deutschsprachige Gemeinde in Kapstadt wiederbelebt, nimmt die Herausforderung von HIV/Aids an und verteilt mit seiner Hilfsorganisation HOPE Kondome und Aids-Medikamente an die Bevölkerung. Furchtlos spricht er unbequeme Wahrheiten aus - und scheut auch die Auseinandersetzung mit der Amtskirche nicht. Die meisten Priester oder kirchlichen Mitarbeiter in Afrika reagieren wortkarg, ausweichend und - man kann es nicht anders nennen - verklemmt, wenn um die Ursachen der Seuche, die Allmacht des Aberglaubens, das Ausmaß der Vergewaltigungen oder die Verantwortungslosigkeit der afrikanischen Männer geht. Die katholische Kirche stößt immer wieder in die Posaunen der Gegenaufklärung. Kondome? Teufelszeug! Die Seuche? Eine Strafe Gottes. Seid enthaltsam! Bleibt treu! Die Sexualität ist und bleibt etwas Schmutziges, Verwerfliches. Auf einem Kontinent, in dem die sexuelle Aktivität oft schon mit zwölf beginnt, muten die Aufrufe zur Keuschheit weltfremd an. Bartholomäus Grill und Stefan Hippler wollen mit diesem Buch auch den Vatikan erreichen, die Machtzentrale ihrer Kirche. Sie werden Benedikt XVI. ein Exemplar nach Rom senden. Die Katholische Kirche ist auf einen Mann zentriert, und sein Wort ist Gesetz. Deshalb kann nur der Papst der Diskussion über HIV/Aids eine grundstürzende Wende geben und mit den geradezu kriminell anmutenden Dogmen der Kirche brechen.
Klappentext
Alle sechs Sekunden eine Ansteckung. Fünf Millionen Neuinfektionen im Jahr. Jeden Tag 8.000 Aids-Tote. Und trotzdem bleibt die katholische Kirche bei ihrer Haltung: Kondome sind Teufelszeug, die Krankheit ist eine Strafe Gottes. Dabei könnte sie als größte globale Organisation wie keine andere gegen die HIV/Aids-Pandemie kämpfen - wenn sie nur wollte. Die Autoren appellieren für eine Wende in der katholischen Aids-Politik, die nur vom Papst ausgehen kann, und sie berichten aus der ersten Reihe vom Kampf gegen die Katastrophe."
Zu bestellen hier.

Jubeltag

Happy Birthday!!!
Der besten Lebensgefährtin von allen 30 Salutschüsse aus der Konfettikanone widmen Charlotte und die Drei von der Tankstelle.
Auf die nächsten 30 Jahre!

Dienstag, 17. März 2009

Bollywood Familiendrama

Guckst Du hier!

Bollywood Party!

Hier ist etwas Bollywood für die Mittagspause!

Sonntag, 15. März 2009

Lazy Sunday

Die drei von der Tankstelle sind das Wochenende beim Vater, und die beste Lebensgefährtin von allen ist auf Tagung, ich bin also allein. Gestern habe ich deshalb mal Wohnung und Balkon entfloddert, und heute war ich dran (mit Abhängen, nicht mit entfloddert werden).
Meine Vorstellungen eines freien Tages variieren je nach Gemütslage; heute hatte ich den diffusen Wunsch nach einem Trödelmarkt oder einem deutschen Film aus den 50ern, in dem ein stämmiger Mann in Frauenkleidung (graues Kostüm, Hütchen mit Schleier davor) einem vor ihm stehenden Mann die behandschuhte Hand mit einem gezierten Kreischer vor die Brust schlägt und mit Fistelstimme sagt:
"Sie Schlimmer!!!"
Trödelmarkt war nicht, also Glotze an und zappen bis der Daumen schmerzt, aber nix.
Die Ausbeute: "Leoparden küsst man nicht", ein Heinz-Rühmann-Film und ein Gendarm-von-Saint-Tropez-Film, alle mehr oder weniger gleichzeitig geschaut, war auch nicht schlecht.
Dann habe ich die Couch verlassen und das vor geraumer Zeit im Internet für einen Appel und Ei erstandene Minifotostudio ausgepackt. Mir wurde nach kurzer Zeit klar, warum das Studio nur 30€ gekostet hatte: Die mitgelieferten Spots, von denen behauptet wurde, ihre Kelvin-Zahl entspräche Tageslicht, sind fimschig, wackelig, stinken nach Kunststoff und bekommen das weiße Zelt nur mäßig erhellt. Ich trotzdem mal ein paar Bilder gemacht, hatte aber eigentlich schon schlechte Laune, dann ist einer der Spots umgekippt und natürlich war die Birne kaputt. Echt, ey.



Doch dann kam die Katze checken und rette meinen Nachmittag. Erstens durch eine äußerst putzige Motivik:


Und zweitens durch eine Umwidmung des verschi****** Photostudios:



Jetzt muss ich der Familie nur noch beibringen, dass ab sofort auf dem Fußboden gegessen wird, weil auf dem Küchentisch die Katze wohnt. Aber was solls? Wir sind ja tierlieb.

Wort zum Sonntag

Liebe Förderer der Wahrheit,
wenn die Besessenheit mit dem Sex eines anderen Menschen Euch so weit motiviert, Geld und Mühen in nicht erheblichem Umfang zu investieren, nur um diese Flugblätter in tausende Briefkästen zu produzieren, und nebenher eine solch formschöne wie überflüssige Homepage zu gestalten, muss ich Euch in Sorge zurufe: Haltet ein!!!
Gebt doch lieber endlich der Versuchung nach und tut es selber mal! Das macht den Kopf erstaunlich frei für die wesentlichen Dinge des Lebens.
Mit schwesterlichen Grüßen.

Freitag, 13. März 2009

Mich träumte mal wieder.
Ich saß in meinem Wohnzimmer auf dem Sofa und der Krieg war endlich aus.
Neben mir sitzt jemand, keine Ahnung wer. Die Tür geht auf und herein stürmen amerikanische Soldaten, GIs in Helmen, Stiefeln und mit Maschinengewehren. Ich bin froh, weil ich jetzt befreit werde. Ich sitze auf meinen Händen, weil ich etwas unsicher bin, aber mir fällt ein, dass die Soldaten unbedingt wissen sollten, dass ich mich befreit fühle und nicht besiegt und dass ich keine Waffe habe, deshalb reiße ich die Hände hoch und strahle die Soldaten an, die Geste macht mir Freude, ich zeige ihnen meine leeren Hände und meine Dankbarkeit, endlich muss ich mich nicht mehr verstecken. Ich will singen, ich will ihnen zeigen, wie erleichtert ich bin, dass diese Tyrannei endlich ein Ende hat, dass die elenden Nazis endlich zum Schweigen gebracht wurden, inzwischen brennen Freudentränen hinter meinen Lidern, ich werfe einen Blick auf mein altes Röhrenradio und dann auf einen der Soldaten, die immer noch breitbeinig in der Tür stehen und ihre Gewehre vor sich halten, ich schaue ihn an und er versteht, er nickt und grinst, ich gehe zum Radio und meine Erleichterung ist nicht zu beschreiben. Endlich kann ich wieder die Musik hören, die mir gefällt, die mir gehört und die mir keiner vorschreiben oder verbieten kann, die Freiheit ist zurück, die Guten haben gewonnen. Während meine Hand zum Radio wandert, denke ich kurz an Chopin, verwerfe die Idee aber und entschließe mich für die diesem Anlaß einzig würdige Musik, den Frühling aus Vivaldis Vier Jahreszeiten, meine Vorfreude ist am Höhepunkt und... mein Radiowecker geht los (mit einem belanglosen Gedudel)?!
Mögen sich andere darüber den Kopf zerbrechen.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Sonntag, 8. März 2009

Oder so?

Ich wünsche mir einen feurigen Puszta-Teller und ein grünes Feuerwehr-Modellauto. Warum? Keine Ahnung. Aus dem selben Grund, aus dem die Elfe mit dem Kelch da rumweht, schätze ich. Aus gar keinem Grund. Sinnlosigkeit der Existenz, unfreiwillig, aber dennoch treffend, getanzt. Danke auch.

Ächz.

Manchmal fühl ich mich in genau einem solchen Szenario. Leute, die im Brustton der Überzeugung so hoffnungslos im Trüben fischen.
Gestern schaute ich "ups - die Pannenshow", und da sagte der kongeniale Texter und Sprecher Monty Arnold: "Es gibt Dinge zwischen und Erde, die der Verstand leugnen muss, um nicht verloren zu gehen." Recht hat er. Werde in Zukunft mal wieder häufiger das Licht preisen anstatt die Dunkelheit zu beklagen.

Dienstag, 24. Februar 2009

Superjeile Zick...



Der Rosenmontagszug in unserer Stadt ist klein und unmotiviert. Als Konsequenz fliegen regelmäßig irgendwann die Kamelle zurück auf die Wagen, einzelne, furchtbar wohlplazierte Wurfgeschosse, die des Volkes Unmut mit sich tragen. Trotzdem gibt niemand auf, es treffen sich jedes Jahr die gleichen Verdächtigen, auf den Wagen und am Wegesrand. Irgendwann wird das mal was mit dem Karneval. Bis dahin einige Impressionen.








Aphasiker, wohin das Auge blickt

Die beste Lebensgefährtin von allen -> Deutsch
Van DingDong -> Van Helsing

Die Pubertierende -> Deutsch
Konjunkturpaket -> Knabberbox

Die Kommunikation in dieser Familie gestaltet sich manchmal zäh.

Freitag, 20. Februar 2009

Ich weiß nicht, ich weiß nicht...

Seit Tagen werde ich umhergetrieben von einer (gerade in dieser Zeit) unerklärlichen, und wie ich eigentlich finde unangebrachten, und dennoch starken, ungehörigen Dankbarkeit, die sich durch den ganzen augenblicklichen Wust von Einbrüchen, Behördenterror, Geldknappheit und genereller Unsicherheit und Verunsicherung immer wieder champagnerbläschengleich nach oben kitzelt ans Licht und nicht zu unterdrücken ist und mir die Seele leicht macht.
Also, an wen oder was auch immer, es muss jetzt einmal raus: DANKE!!!
Das wars auch schon, danke fürs Zuhören!

Donnerstag, 12. Februar 2009

Kommt heute beim Job die Chefin zu mir rein (die seh ich sonst nie) und sagt: "Frau Müller, wir brauchen noch Ihre Lohnsteuerkarte!", und sie klang dringlich, und mir wurde schlagartig schwarz vor Augen.
Allein das Wort Lohnsteuerkarte löst bei mir auf vegetativer Ebene einiges aus. Der dahinter lauernde Berg, gekrönt von einem flammenden Auge, macht mir Angst, wenn das Auge aber sich mit seinen sengenden Strahlen mir zuwendet, zerfalle ich unter seiner Glut zu Asche.
Ich bin nicht geschaffen für Bürokram, das ist so. Ich kann vieles ganz toll, jedwede Form buchalterischer/fiskalischer Aktivitäten gehört aber nicht dazu. Eigentlich kann ich auch Ordnung, auch, wenn einige Menschen das Gegenteil behaupten würden. Meine Ordnung sieht nur anders aus, für andere Augen. Mein Ordnungssprinzip bei Papieren jeglicher Art lautet: Auf einen der Stapel (in der Regel drei) in Küche, Wohnzimmer oder Diele ablegen, wissen, dass es da ist. Das funktioniert, ich schwörs. Ich speichere das ab. Manchmal aber müsssen die Stapel weg. Weihnachten oder Ostern zum Beispiel, denn sie sehen nach einer Weile scheiße aus. Wenn sie dann weg müsssen, räume ich sie in einen Schrank, und wenn der dann kurz vor der Detonation steht, kommen die Sachen in Gottes Namen an einen ordentlichen Platz, vulgo: in einen Ordner. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen, ist ja auch immer viel Müll dabei.
Das Schlechte an diesem System: Ich vergesse schlagartig meine Aufräumaktionen und verstehe die mir erdachten Ordnungssysteme innerhalb kürzester Zeit nicht mehr. Ich kann nur diese archäologischen Stapel, muss mit meinem Hirn zu tun haben.
Heute also: "Frau Müller, wir brauchen noch ihre Lohnsteuerkarte!", ich spontanen Blutsturz am erleiden, denn eines war mir sofort klar: Wohnzimmerregal, unteres Drittel, nicht geöffneter, kleinerer Umschlag aus Umweltpapier is nich. Die letzte Aufräumaktion, eine Konzession an bürgerliche Vorstellungen eines aufgeräumten Wohnzimmers, hat die Lohnsteuerkarte aus dem Stapel (unteres Drittel) in die dunklen Gänge meines kafkaesken Ordnungssystems verbannt, an das ich mich schon wieder nicht mehr erinnern konnte.
Jetzt war guter Rat teuer.
Was tun? Den Abend mit Wühlen verbringen? Bei Nichtfinden den nächsten Vormittag auf dem Bürgeramt rumlümmeln und die dortigen Beamtinnen meine Verachtung nicht spüren lassen, damit sie mich da nicht verschimmeln lassen? Den Montag Vormittag auch noch da abhängen? Ach ne, geht nicht, da anderer Job. Mein Magen begann schon, Säure in großer Menge zu produzieren, das Adrenalin rauschte durch die Adern.
Ich also nach hause und zitternder Hand und nässenden Auges den Schrank geöffnet, den mit den furchtbar vielen Ordnern.
Stand da ein Ordner, dessen Rücken das Wort "Steuern" trug, zu meiner Überraschung in meiner eigenen Handdschrift. Ich den Ordner geöffnet, obenauf die Lohnsteuerkarte 2009 erblickt.
Egelschöre, Händels großes "Hallelujah", allumfassende Dankbarkeit ans Universum.
Erleichterung ist ein schönes Gefühl, das muss ich jetzt mal sagen. Ein Gefühl, das andere Menschen mit einem anderen Ordnungssystem so vielleicht gar nicht kennen.
Probierts mal aus!
Weil ich einen Film zurückbrachte, wurde ich gestern Zeugin eines Telefon-Gespräches, die Besitzerin der Videothek konferierte per Handy, und das nicht leise. Die Dame ist eine kleine, drahtige Frau meines Alters, ständig unter Strom, ketterauchend und dauertelefonierend. Sie duzt jeden und hat immer einen Rat auf Lager. Türkin ist sie und insgesamt eine Freundin der Tat. Auch am Telefon, da wird nicht geschnackt, da wird festgestellt und beschlossen, und zwar zackig.
Gestern also stehe ich da und gebe einen Film zurück, und sie hat das Handy am Ohr und ruft:
"Haste schon gehört? Die haben den Mörder von der Kardelen! Ich hoffe, der wird nicht ausgeliefert, das Schwein. Ja. Schüß."
Ich zu ihr hin, weil sie als Türkin ja quasi einen Wissensvorsprung hat, und frage:
"Ist das denn gut, wenn der nicht ausgeliefert wird?"
Sie guckt hoch von ihren Prospekten und sagt:
"Ja klar! Wenn der ins Gefängnis kommt, dann ist der tot. Nach drei Tagen. Wetten?" Und dann zwinkert sie mir zu, so mit einem Auge, und sagt: "Selbstmord." Dann verliert sie ihre gute Laune und zischt: "Das ist nicht so wie hier, mit Therapie und so." Meine kleine Stammtischfrau im Inneren bekommt auch kurz Ausgang und ich sage: "Oder einen Selgeltörn nach Juist." Wir verstehen uns. Sie guckt schon wieder auf ihre Prospekte runter und zuckt noch einmal die Schultern: "Spart auch Steuern.", damit ist das Thema für sie abgehakt.
Eine resolute kleine Frau, wirklich.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Ach so!

Was lesen meine müden Augen in der heutigen WAZ? Der Papst ist Opfer eines hinterhältigen Schachzuges geworden!
Man nahm das Holocaust-Leugnungsviedeo im Dezember auf, der Papst rehabilitiert/exexkommuniziert (was er genau tat, müssen Sie bitte die kath. Kleriker fragen, wir Laien haben alle eh keinen Dunst und sind uninformiert und denkfaul und sensationsgeil) Williamson im Januar, einen Tag später erscheint das Video und paff. Der Papst wurde hereingelegt, so die Kirche.
Warum? Weil die Hereinlegenden, die Streichspieler, die Beinchensteller nicht möchten, dass sich der Papst an die Piusbruderschaft annähert. So die Theorie des Vatikan laut WAZ. Laut Spiegel Online einfach nur, um dem Papst zu schaden.
Ob das stimmt? Keine Ahnung. Ob das stimmen könnte? Machen Sie sich selbst ein Bild (Vorsicht, nicht für Menschen mit schwache Mägen oder Anstandsgefühl).
Die von mir verlinkte Postille gilt als Haus- und Hof-Organ der Piusbruderschaft. Wer wirklich hinter diesem stinkenden Kübel von Juden-, Homosexuellen-, Frauen-, Freiheits-, Demokratie- und Aufklärungsverachtung steht, ist umstritten. Fest steht, und das geben die Artikel her, dass die Piusbruderschaft da äußerst hoch im Kurs steht, so wie der Server der Seite in Kalifornien steht, und das aus gutem Grund, hier in Deutschland wäre sie schon längst vom Staatsschutz dicht gemacht orden. Die dort Postenden? Deutsche Ärzte, Akademiker, Kleriker (bis auf die letzteren auch häufig Familienväter).
Es wird kein Zweifel gelassen, dass die Piusbruderschaft niemals das 2. Vatikanische Konzil anerkennen wird, man werde jetzt (nach der Rehabilitierung), "den Vatikan bekehren".
Im übrigen ist auch der Rest des Weltbildes erfrischend schlicht und abgeschlossen:
Homosexuelle -> "Homo-Peverse"
HIV -> "Homo-Seuche"
Die Grünen -> "Blut- und Homo-Partei", "Die Linksextremen und Kinderschlächter"
Abtreibende Frauen und Ärzte -> "Kinderschlächter"
Soweit so schlecht. Die Piusbruderschaft ist ein Verein antidemokratischer Wirrköpfe, die die Uhr gerne um ein paar hundert Jahre zurückdrehen würden. In so fern wäre es ja gar nicht so verwunderlich, wenn jemand die Verbrüderung mit der Piusbruderschaft verhindern wolle.
Und jetzt zur Gretchenfrage.
WER? Wer um Himmels Willen spielte dem Papst denn so übel mit?
Ich löse auf: Laut WAZ und Spiegel Online Frauen, und nicht nur Frauen, sondern antiklerikale Frauen, und nicht nur antiklerikale Frauen, sonder antiklerikale Lesben!
(Pause für Gelächter)
Geht es noch billiger, bitte schön?
Anstatt den Anstand zu haben und zuzugeben, dass etwas wohl grundlegend falsch gelaufen ist (worin, ausser im Vatikan, weltweit Einigkeit herrscht, sogar unter ranghöchsten katholischen Würdenträgern), geht man im Vatikan hin und friemelt eine Dolchstoßlegende, deren Urheber angeblich auch noch die ohnehin perfektest denkbaren Feindbilder sind, nämlich lesbische Frauen, in Zusammenarbeit mit einem schwedischen Fernsehsender, Protestanten also?
Billig, billig. Und traurig, irgendwie, du. Und irgendwie propagandamäßig nicht ungeschickt, die eigenen Schäfchen werden das zuhauf fressen und sich in ihren Vorurteilen bestärkt sehen.
Ich kann hier als Filmfreundin nur fragen: "quo vadis?" Oder in meinen eigenen Worten:
"Geht's noch tiefer?"

Dienstag, 27. Januar 2009

Versteh das, wer will.
Schwule und Lesben sind böse Sünderchen und zersetzen die gesunde Gesellschaft (nochmals vom Papst in einer Rede kurz vor Weihnachten bekräftigt, so mit rosa Winkel äh... Schleife den gläubigen Homos und Hometten untern Baum gelegt quasi), aber ein Holocaust-Leugner wird von allerhöchster Stelle rehabilitiert (passenderweise kurz vorm Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz).
Da kann ich nur sagen: Nicht meine Welt!

Sonntag, 25. Januar 2009

Der Himmelblaue/Deutsch

"Die anderen Chinesen." -> Japaner

Freitag, 23. Januar 2009

Vorläufiger trauriger Höhepunkt der Dschungelcamp-Namensverweigerung seitens der besten Lebensgefährtin von allen:
Ingrid van den Sieben Zwergen.
Da steckte aber ein Hauch Selbstironie drinnen, irgendwo huschte der Schalk kurz durch den Mandelaugenwinkel.
Nichtsdestotrotz: Der Name sitzt immer noch nicht.
Barack Obamas Vorbild sei - so die Medien - Lincoln, weil dieser die Sklaverei abgeschafft habe. Allgemein wird Obama als die Antwort gefeiert, nur so spaßbefreite Allesnörgler wie ich müssen mal wieder leise hüsteln und bedenklich den Kopf wiegen. Aber.
Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass der Präsiddent der Vereinigten Staaten von Amerika gar keine Revolution lostreten kann.
Wie denn auch?
Die Wahlkämpfe für die jeweiligen Kandidaten werden durch Spenden finanziert. Dafür müssen reichlichst Klinken geputzt werden. Um überhaupt Kandidat werden zu können, sind noch viel mehr Klinken notwendig, das fängt doch an der Uni an, oder? Die richtigen Kontakte, Clubs, Bünde, Lobbies. Viele Klinken, Verbindlichkeiten und Stricke.
Ich sage mal, ein Mann in dieser Position ist nur bedingt frei.
Und da spielt die Hautfarbe sowas von keine Rolle.
Dieses ganze Gefeier geht mir auf den Zünder, um es mal kurz zu machen.
Hollywood, so weit das Auge blickt.
Dieses Amt wurde inzwischen durch Gesellschaft und Medien dahingehend attribuiert, dass sein Inhaber die totale Macht genießt und personifiziert. Airforce One, Oval Office, First Lady, First Cat, First Katzenklo. Tonnenschwere Limousinen, Bodyguards mit Sonnenbrillen und Ohrknöpfchen, CIA und NSA.
Ultrasicher, ultrageheim, ultrawichtig. Alles tiptop.
Bei jedem dieser Begriffe klingeln bei uns allen tausend kleine Glöckchen, flackern viele bunte Bilder.
Und viele Jurastudenten und Jungpolitiker stehen vor diesem Fahrgeschäft wie die kleinen Jungen und sehen neidisch dem einen Jungen zu, der gerade in dieser ultracoolen Gondel sitzt und sich durch die Gegend schleudern lässt, sehen ihm neidisch zu und warten, bis sie hoffentlich auch mal an die Reihe kommen, um sich dann in dieser ultracoolen Gondel vom Rest der Kirmes bestaunen zu lassen. Die eigentlichen Entscheidungen werden derweil woanders gefällt.
Und Obama macht da keinen Unterschied.
Macht. Das einzige, was zählt.

Der soll die Todesstrafe abschaffen, diesen unglaublichsten Skandal, dieses Verbrechen an der Menschlichkeit, der Rechtsstaatlichkeit, der Aufklärung.
Dann gibt es von mir die Obama-Wochen, hier im Blog. Drei Wochen lang in Ton und Farbe.
Bis dahin muss ich leider sagen: O.K., Obama ist die Antwort, aber was war eigentlich die Frage?

Sonntag, 18. Januar 2009

Für Frau Ypsilanti!

Und schüß!

Vivat!!!


Lieber Wolfgang,
zu Deinem Wiegenfeste wünschen wir nur das Beste!

Von Janina, Charlotte und den Dreien von der Tankstelle

Donnerstag, 15. Januar 2009

Ab und an schauen wir diese Sendung auf RTL, "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!".
Dieses mal ist Ingrid van Bergen mit von der Partie, und das weiß ich zu würdigen. Eine Frau, die das Leben kennen gelernt hat. Die erschüttert nichts mehr.
Als ich noch klein war lernte ich Frau van Bergen über die Yellow-Press kennen, weil sie ihren Liebhaber oder Mann zu Tode gebracht hatte, wobei mir die näheren Umstände nie klar waren, heute auch nicht, ist mir auch egal, sie hatte schon ihren Grund, die Frau van Bergen.
Jedenfalls ist sie jetzt sehr gelassen, nichts Menschliches, das ihr fremd wäre, und verbringt ihre Zeit im Camp mit Suchen, sucht ihre Tasse, kramt nach einem Haarband, forscht nach ihrer Gabel, den ganzen Tag geht das so.
Auch ein Zeitvertreib.
Die beste Lebensgefährtin von allen (Gehirne en gros und en detail) hat da schon ihre Theorien von wegen Demenz und so, weil Frau van Bergen nämlich immer glaubt, man nähme ihr diese Dinge weg. Aber jetzt petz ich mal wieder:
Die bLva kann sich nämlich den Namen dieser verschusselten Selfmade-Witwe nicht merken und kommt permanent mit unfreiwilligen Konstruktionen. Sitzt auf dem Sofa neben mir und eröffnet einen Satz mit:
"Du, die Iris van Berben...", ich fang dann an zu kichern und die bLva strauchelt im Redefluss und wird etwas ungeduldig und fragt: "Wie heißt die denn?" und dann sag ich "Ingrid van Bergen" und am nächsten Abend sitzen wir in der Küche und die bLva sagt:
"Du, die Ingrid van Meysel...", und ich fall vom Stuhl und die bLva wird etwas zornig und kichert aber auch und fragt: "Wie heißt die denn?" und ich seh mich vor meinem inneren Auge vor einem Schaukelstuhl stehen, da sitzt ne kleine Oma drin mit einem weißen Dutt und einer runden Brille und einer geblümten Decke über die Kniee, und die schaukelt ungeduldig und reckt mir das Höhrrohr entgegen, und ich bücke mich runter und brülle da rein:
"VAN BERGEN, MUTTI! INGRID! VAN! BERGEN!"
Mann, mann.
Die beiden zusammen, das dürfte richtig witzig werden.
"Frau van Berben, seit wann genau lässt Ihr Gedächtnis Sie im Stich?"
"Van Bergen! In Ihrem Alter sollte man sich das merken können!"
"Jetzt werden Sie mal nicht frech, Frau van Meysel, und beantworten Sie meine Frage!"
"VAN BERGEN!!! Und welche Frage denn?"

Montag, 12. Januar 2009

Gestrudel

Kaum was los hier. Nur Kleinigkeiten. Kaum der Rede wert.
Meine Füße haben heute erstmals wieder Asphalt berührt, nach endlosem Schneegerutsche. Ein gutes Gefühl.
Der Müll soll bald abgeholt werden. Ein guter Gedanke. Unser Hinterhof gleicht einem Slum der extraschlimmen Sorte. Wenn der Sick jetzt noch auftaut...
Am Wochenende war die beste Lebensgefährtin von allen dran mit Filmwünschen. Jeder darf sich ab und an einen Film wünschen, den die anderen dann mitgucken. Die bLva hatte da
einen Film, den hatte sie zuletzt mit sieben Jahren gesehen, danach nie wieder, sie zweifelte schon, ob es ihn überhaupt gab, da fiel er ihr letztens in die Hände, VHS, Flohmarkt.
Sie also gestern abend dran mit Filmwünschen, sagt: "'Der Flug des Navigators' dann bitte", die Rosafarbene im Enthusiasmusbereich eher untertourig am laufen, ich frag sie, warum, sagt sie: "Ich weiß nicht, 'Der Fluch des Alligators', keine Ahnung, ob ich den gucken will."
Da ist wohl mal ne Ohrdusche fällig.
Der Film war klasse, fand die Rosafarbene dann auch.

Freitag, 9. Januar 2009

Tage der Musik: Duke Ellington - It don't mean a thing

... if you ain't got that swing.
Schön hinter die Öhrchen geschrieben für das neue Jahr.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Tage der Musik: Animal VS Buddy Rich

Zwei der namenhaftesten Drummer des Jahrhunderts bieten sich hier eine Battle, die sich gewaschen hat.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Tage der Musik: Frank Sinatra - That's Life

Warum ich einen Sänger poste, dessen einige seiner interpretierten Lieder hier in Deutschland von einem Deutschen gesungen nur noch reiner Schlager wären?
Eben drum!
Egal was er singt, diese Stimme vergoldet jedes Lied, Sinatra beamt einen in einen Club nach Chicago, nicht eine Disco in Chemnitz.
Wat ne Voice. Eine Jahrhundertstimme, sicherlich. Gänsehautentzündung.
Und zum Jahresbeginn "That's Life", klar doch. Riding high in april, shot down in may, immer schön den Kopf oben halten!

Dienstag, 6. Januar 2009

Tage der Musik

Ein Jahreswechsel und Musik sind nicht zu trennen. Denkt man nicht drüber nach, ist aber so.
Ein Alter Professor von mir sagte mal:
"Vergangenheit wird erzählt, Gegenwart wird gesprochen, Zukunft wird gesungen." Klingt etwas kryptisch, stimmt aber.
Und Zukunft und neues Jahr gehen ja nun auch Hand in Hand, und deshalb auch neues Jahr und Musik.
Deshalb rufe ich hier bis Freitag die Tage der Musik aus.
Und ich beginne mit einigen der gestandensten Musikern ever und mit einem passenden Musikstück: "Sing, Sing, Sing", performing Benny Goodman, Gene Krupa und Lionel Hampton. Enjoy.
Und möge Euer neues Jahr ähnlich ablaufen!

Montag, 29. Dezember 2008

Vorbei.


Weihnachten ist vorbei. Das wichtigste an dieser Tatsache: Es dauert fast zwölf Monate, bis der perfideste Anschlag auf mein Gemüt sich wiederholt, nämlich die erneute autistische Dauerabdudelung des grauenhaftesten Liedes aller Zeiten, "Last Christmas". Ein Lied, das nach Einmalabspielung schon keinen günstigen Eindruck hinterlässt, wird regelmäßig zur Weihnachtszeit gebetsmühlenartig in unser aller Ohr geträufelt.

Das ist doch eigentlich ein Skandal.

Jeden Tag im Dezember muss ich mich mehrmals zurückhalten, nicht den Baseballschläger des Himmelblauen zur Hand zu nehmen, um das Radio zu zertrümmern. Und jedes mal wird Herr Michael noch ein bisschen reicher. Jedes mal. Eigentlich müsste mir bei jeder Abspielung ein kleiner Betrag auf mein Konto überwiesen werden, als Wiedergutmachung für die Zumutung, zum trillionsten mal dieses oberschwul gehauchte "Special, special" ertragen zu müssen.

Und entgehen kann ich dem nicht, das ist das Unverschämteste. Ich kann höchstens am ersten Dezember losgehen und ca. 50 Billigstradios kaufen, und jedes mal, wenn es wieder "Special, special" aus dem Radio jammert, den Baseballschläger zur Hand nehmen. Das würde mir wenigstens Erleichterung verschaffen.

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Ein frohes Fest Euch allen!!!

Wer noch zehn Minuten Zeit hat:
Hier könnt Ihr Euch das Ende von "It's a Wonderful Life" anschauen:
George Bailey, Familienvater und Bauspakassenleiter in einer Kleinstadt, will sich von der Brücke werfen, weil er sich für einen Versager hält.
Da kommt ein Engel und zeigt George, wie sich seine Heimatstadt entwickelt hätte, wenn es George und seine vielen kleinen ihm selbst nicht bewussten Opfer und Heldentaten nicht gegeben hätte, und es ist eine mißgelaunte und harte und traurige Statdt. George sieht alle Menschen, die ihm etwas bedeuten, im Unglück, und er wandelt als Fremder unter ihnen und kann ihnen nicht helfen, die Stadt begegnet ihm feindselig und mißtrauisch.
Am Schluß, wieder auf der Brücke, will George leben. Er ist sogar mit Freuden bereit, ins Gefängnis zu gehen ("Hurrah, I'm going to jail!") wegen der verschwundenen 8000 Dollar und der Bankaufsicht.
Aber die kleine Stadt wusste von Georges Problemen und hat zusammengeschmissen. So müssen Weihnachtsfilme sein.
Nochmals, Ihr Lieben, ein frohes Fest und nur das Beste für 2009. Möge uns die Hoffnung und die Wärme nie ausgehen! (Und das Geld auch nicht.)

Dienstag, 23. Dezember 2008

23

mal hören ist nicht genug:
Benny Goodman, "The World Is Waiting For The Sunrise".
And so am I, wenn ich das mal sagen darf.

"Ulf und Esel"...

... liest die Rosafarbene den Geschwistern gerade vor, mühsam und stockend, es handelt sich um eine Weihnachtskarte in Superoberschnörkelschrift.
Sie guckt hoch. "Ulf und Esel?"
"OCHS!", blökt die Pubertierende.
Ulf und Esel. Da fallen mir nur sehr komische Sachen zu ein.

Sonntag, 21. Dezember 2008

It's magic Babe: Rouladenoma. 21

gefühlte Minuten stehe ich schon in der Warteschlange an der Fleischtheke, an einem milden Frühlingstag. Mit mir die jetzt Pubertierende, die damals etwa drei Jahre alt war. Die Schlange ist lang, denn am Kopf der Schlange trifft eine Oma wohlüberlegte Entscheidungen.
Da heißt es nicht: "Gebense ma hundertfuffzich Gramm Dauerwurst", nein, sie wählt jedes Stück liebevoll einzeln aus, und das dauert, und die Schlange barmt.
Jetzt ist sie dabei, einzelne Rouladenlappen zu erwählen.
"Gebense ma den da, ne nich den, nich den zerzuppelten, den daneben", so geht das, endlos. Nachdem sie den vierten oder fünften Rouladenlappen von einer stoischen Fleischereifachverkäuferin aus dem Berg hat heraussuchen lassen, kommt eine zweite Mitarbeiterin aus dem Off und bring einen Metallbehälter mit frischen Rouladenlappen aus der Metzgerei hinter den Kulissen.
Der Unterschied zwischen den neuen Rouladenlappen und denen, aus denen die Oma bisher auswählte, ist frappant:
Wo die alten lustlos in der Gegend herumliegen, leicht bläulich angelaufen sind, teilweise ins Bräunliche spielen, sind die neuen von strotzendem Rot, rufen kraftvoll ihre Botschaft vom deutschen Rind für deutsche Bürger. Das entgeht auch der Rouladenoma nicht. Sie stutzt und fragt die Fleischereifachverkäuferin:
"Wieso sind die denn hier so blau, und die da nicht?"
Die Schlange hält kollektiv den Atem an.
Die Fleischereifachverkäuferin, die in sich eine glückliche Mischung von Schlichtheit, Ehrlichkeit und Gemütsruhe vereint, antwortet:
"Das is wegen dem Sauerstoff, weil die hier schon älter sind und länger rumliegen."
Die Schlange will gerade kollketiv in Tränen ausbrechen, als wir bemerken, dass die Oma von so viel Offenheit geplättet ist. Es arbeitet sichtbar und schwer hinter ihrer Stirn, aber in dieser Zeit hat die Fleischereifachverkäuferin den Sack schon zu gemacht, bildlich und tatsächlich. Tüte zugeklebt, gewogen, Preisschild drauf und "Der Nächste" geflötet.
Und in diesem Augenblick passiert es:
Die jetzt Pubertierende, welche damals so klein und so blond, öffnet ihren Mund und singt laut und für alle vernehmlich:
"Jesus soll unser König sein, Hosianna, Amen."
Ich dachte, da sprechen Stimmen aus meinem Kind, das alles war leicht Twilight Zone, ich hab mich blitzschnell runtergebeugt und ihr den Mund zugehalten, damit die Leute nicht denken, wir wären Sektierer. Peinlich.
Später stellte sich raus, dass man im Kindergarten (katholisch) ein Singspiel einstudiert, weil Ostern vor der Tür steht, in dem Singspiel wird der Einzug Jesu nach Jerusalem dargestellt, und die damals nicht Pubertierende war offensichtlich eine Bürgerin Jerusalems, die Dritte von links in Sandalen sozusagen.
Besser als der Esel.
Trotzdem könnten die Erzieher einen mal vorwarnen, finde ich.

Donnerstag, 18. Dezember 2008


Die beste Lebensgefährtin von allen hat ein weiches und großes Herz, und deshalb stammen ihre Haustiere aus schwierigen Verhältnissen. Sie zieht nicht los und kauft eine fünf Sterne Welpe vom Züchter, na-hain.

Sie zieht ins Tierheim, und holt den Hund, der zwar erst ein Jahr alt bist, auf Grund gewisser rassischer Einflüsse allerdings beste Chancen hat, sein gesamtesLeben dort zu verbringen. Davor hatte sie einem angstbissigen, uralten Schäferhund zwei schöne letzte Jahre bereitet.
Dann holt sie die Katze, die von einer sozial benachteiligten Familie für den behinderten Sohn angeschafft wurde, als Therapietier sozusagen, aber der Sohn beschränkte sich darauf, die Katze am Schwanz über seinem Kopf zu schleudern, und wieder mal ist die bLva zur Stelle.
Mit den zwei Schnecken, die sie hatte, war glaub ich auch was.

Nur ihr Kater, der war ein Luxusgeschenk, sie ist losgezogen und hat sich aus einem Wurf den einen rausgesucht, ganz ohne Druck und Not, einfach so, weil er so war, wie er war.
Das war der Fridolin, damals tennisballgroß und unerschrocken, er kommt zum ersten mal heim und sieht Onka, den Tierheimhund, und spreitzt alles, was sein Minikörper an Haaren zu bieten hat, wie eine Katze im Comic, schreit, und zieht dem Hund quer eins durchs Gesicht, mit seinen Minikrallen, und Onka sieht rot und der Kater flüchtet unters Sofa, wo er faucht und knurrt, und Onka schäumt vor dem Sofa.
Fast wäre Fridos Leben schnell wieder zuende gewesen, weil die Ärzte bei der Kastration gepfuscht hatten, sie gaben der bLva einen Kater zurück, der mehr tot als lebendig war, kommentarlos, und die bLva hat ihn durchgepäppelt, zwei mal am Tag zum Tierarzt (einem anderen) für Spritzen und Nahrung, und dann die Blicke von denen und das vorsichtige: "Lange können wir das aber nicht mehr tun", und irgendwann fing er wieder an zu fressen, der Kleine, seit dem war er zutraulich und vertrauend, den konnte man wie eine Handtasche mit sich rumtragen, den Frido, aber er hatte auch seine Macken.

Zum Einschlafen pulte er am liebsten Tapete von der Wand, und wenn er verägert war, dann warf er Dinge vom Tisch, gezielt. Er spürte auch überall Nahrung auf, die er aber nicht selber fraß, sondern Onka gab, auch sein Herz war groß. Wenn er nachts in die Wanne des Hundes wollte, dann machte etwas, von dem er wußte, dass Onka aufsstehen würde und nachgucken, und wenn sie zurückkam, dann lag Frido in der Wanne und schnarchte, und Onka guckte blöd und weckte uns und jammerte. Er spülte immer Klos, weil ihn das ablaufende Wasser faszinierte, er war technisch wirklich interessiert.


Leider hatte er vor nichts Angst, auch nicht vor Autos. Am Samstag Mittag klingelte es hier, ich war allein, geh an die Sprechanlage und mein Nachbar sagt: "Frau Müller, P. hier, ich glaub, ich hab Ihre Katze überfahren", und ich brauchte auch nichts mehr fragen, seine Stimme war nicht falsch zu deuten. Und das ist so eine Sache, den zutraulichen, warmen, puscheligen Kater da liegen zu sehen, auf der eiskalten harten Straße, die Augen aufgerissen. Er war sogar nochmal ins Gebüsch gesschossen, nachdem er überfahren worden war, sagten mir die Leute, kam dann wieder raus und wollte nach hause, und vor dem Balkon ist er umgefallen.
Eine Nachbarin warf eine Decke vom Balkon, ich hab ihn hochgenommen und ins Auto gelegt, aber er war tot, bevor ich losfuhr, ich bin aber trotzdem in die Klinik, mit Vollgas, weil ich dachte, vielleicht geht ja noch was, bitte, bitte.

Jetzt fehlt hier mächtig was. Die Katzen trauten sich am Anfang nicht, zu fressen, weil nach Napffüllung erst mal der Kater seinen Napf nahm und danach die Damen dran waren.
Immer wollen wir schnell die Einkäufe wegräumen und die Milch in den Kühlschrank stellen, und dann fällt uns ein, dass das nicht mehr nötig ist.
Keine Ahnung, wie lange das noch anhalten wird. Scheiße.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

11




Jahre alt war ich, als ein Paßautomat diese Bilder von mir und meinem Bruder machte. Meine Erinnerungen an diese Zeit sind so verblasst wie die Bilder.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

9 und 10

sind ja quasi die Erweiterungen der Liste unter 8.
(Das ist die müdeste Ausrede seit Napoleons Versuch, nicht auf St. Helena zu landen, aber Leute, isch kannet im Augenblick nich. Am 11. bin ich aber wieder da, versprochen.)

Montag, 8. Dezember 2008

Acht

Adjektive, auf deren Verwendung im deutschen Sprachraum ab jetzt Zuchthaus steht:


  • frisch
  • herrlich
  • pfiffig
  • frech
  • flippig
  • verrückt
  • ressourcenorientiert
  • easy

Schreibt es Euch hinter die Ohren.
P.S.: Auf besonderen (berechtigten) Wunsch:

  • flott
Und mir fiel da noch ein:

  • himmlisch

Von Fabi:

  • nice

Was die bLva gehört hat: "Nee, lass ma, das ist so yesterday." Ernst gemeint.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Sieben

cm tief, ungefähr, fällt heute auf dem Weihnachtsmarkt ein Kind, ein kleines Mädchen. Sie klettert über Steine und stellt sich etwas ungeschickt an und kullert, gut gepolstert von Winterjacke und Mütze, der besten Lebensgefährtin und mir vor die Füße, wo sie liegen bleibt und ein sehr lautes Gebrüll erhebt. Die bLva schlägt einen eleganten Haken und murmelt, ohne sich einmal umzudrehen:
"Heulsuse, ey."
Da sah ich sie kurz vor mir, Cruella deVil, wie sie sich eine Zigarette anzündet und ihre saudämlichen Spießgesellen niedermacht. Sehr schön, hat was.
Ansonsten:
Schönen 2. Advent Ihr da draußen, ey!

Samstag, 6. Dezember 2008

Sechs


Einen wunderschönen Nikolaustag an alle!

Freitag, 5. Dezember 2008

Fünf

mal Ideenlosigkeit hoch drei. Gnarz. Ist halt nix passsiert hier, trüber ruhiger Fluss das ganze.
Ach ja, heute hab ich die Fäden rausgekriegt, von meiner monstermäßigen Zahnentfernungs-OP, aber der Arzt hat nicht fünf mal geschnipselt sondern nur einmal. Zip, raus, fertig.
Eine neue Funktastatur und -maus hab ich, vom Aldi, technische Brillanz unter 20€, aber bei der Farbe habe ich gewaltig daneben gegriffen, ehrlich, ein Metallic Rot irgendwie, ich fühle mich wie in einem Auto Tuning-Laden in einem Hinterhof in Köln Kalk, jedes mal, wenn ich mich an den Schreibtisch setze. Hinsetzen, fünmal auf die Füsse kotzen, arbeiten. Naja, wahrscheinlich wird die jetzt 30 Jahre lang halten, die Tastatur, also fünf mal sechs Jahre, aber das soll mir auch recht sein.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Vier

mal kichern, hintereinander, musste ich gestern über die spachlich etwas ungefestigte Nachrichtensprecherin unseres Regionalsenders, welche die immer offenbarer werdende Automobilindustriekrise so kommentierte:
"Da ist die Spitze des Eisbergs wohl noch nicht erreicht."
Das haut dem Fass die Krone ins Gesicht, würde ich mal sagen.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Drei

mal lief eben in der Wohnung über mir eine Musikschleife, bestehend aus "Que Sera" (Doris Day), "Yes, Sir" (Baccara) und noch zwei Oldies, und das in tierischer Lautstärke.
So beginnt man keinen Tag. Echt nicht.
Drei mal die Schleife, in einem Haus mit drei Etagen, in einer Wohnung bewohnt von drei Frauen. Das war dann wohl genug der Drei in unserem Strudelfutz-Azwenzkalender™.
Seien Sie auch morgen wieder mit dabei, wenn es heißt: "Vier belegte Brot mit Schinken, SCHINKEN!, ein belegtes Brot mit Ei, EI!, daas sind fünf belegte Brote, vier mit Schinken eins mit Ei! Und dazu ...".

Dienstag, 2. Dezember 2008

Guckt mal rechts...

da ist ein neuer Link zu einem neuen Blog von mir, da werde ich jetzt mal einige meiner Fotos reintun. Also, reinschauen bitte!

Zwei. Anderes Original.

Sehr, sehr schön, diese beiden Filme.

Zwei. Original.

Etwas Meditatives. Dieser junge Mann hat sechs Jahre lang jeden Tag sein Gesicht fotografiert. Spitzenidee, Spitzenmusik. Spitzenfilm.

Sonntag, 30. November 2008

Eins

Oh weh, liest hier noch jemand? Ich bin ein nichtswürdiges Rabenaas, Asche auf mein Haupt. Aber jetzt Schluss mit Asche, wir sind schließlich in der Adventszeit, nicht in der Karzeit. Also. Frohlocket. Einen wunderschönen ersten Advent an alle da draußen. Dies ist das erste Türchen im Strudelfutz-Azwenzkalender™.
But first things first:
Liebe Alex, alles, alles Liebe und Gute nachträglich zum Geburtstag!!!
So, jetzt zum Strudelfutz-Azwenzkalender™.
Die Eins, die Eins, was fällt mir denn da Spirituelles ein?
Nun, ein Zahn, zum Beispiel. Ein Zahn, der mir am Freitag gezogen wurde.
Ich möchte ja jetzt nicht übertreiben, aber kennt jemand die Szene aus den "Buddenbrooks", wo Dr. Brecht versucht (Betonung auf versucht), Tom Buddenbrook einen Zahn zu ziehen? Und schließlich nach unsäglichem schmerzhaftesten Gezerre mit der Zange nur die Krone des Zahns abzubrechen vermochte, allein, die entzündete Wurzel verblieb im geschändeten Kiefer, um ihr glühend-pochendes Vernichtungswerk fortzuführen?
Dr. Brecht ist so traumatisiert von der mißglückten Extraktion, dass er Tom nach Hause schickt, auf dass er den nächsten Tag wiederkehren möchte, um die Operation abzuschließen. Das bleibt Tom erspart, er fällt auf der Straße bewusstlos in den kotigen Matsch von Lübecks Straßen, um wenige Tage später zu Hause zu versterben.
Eine der Szenen in der Weltliteratur, die mich immer verfolgte. Was wohl an einer veritablen Zahnarztphobie meinerseits liegt.
Naja, Freitag war es so weit, ein Backenzahn rechts unten musste raus, da gab es kein Vertun. Wegen gemein gebogener Wurzeln Wurzelbehandlung annähernd unmöglich.
Ich lieg im Stuhl, der Zahnarzt pumpt Betäubungszeugs in mich rein. Später zieht er dann eine Schürze an, die ihm bis fast auf die Füße reicht, und ich möchte eigentlich jetzt wieder nach hause.
Er fängt an zu schneiden, erst mal den Kiefer aufmachen und die Zahnkrone wegfräsen, widerlicher Gestank. Als er sich meinen Wurzeln unsittlichst nähert, schießen die Schmerzen wie ein Feuerwerk durch mein Hirn, er schnauft: "Ich krieg das nicht betäubt", setzt noch drei Spritzen, ich träume davon, dass ein Großwildjäger mit Tropenhelm und krummen Beinen mich für etwas hält und mit seiner Büchse irrtümlich erschießt, eine gestreute Ladung Schrot, die mich augenblicklich erlöst, aber da ist kein Großwildjäger, also weiter, die drei Spritzen tun ihre Arbeit, der Arzt auch, unsäglicher Druck und Zerren im Kiefer, dann ein kleines, unangemessenes "Knirsch", er stöhnt, sagt: "Die bricht ab", wieder Bohren, wieder unsäglicher Druck, wieder kleines "Knirsch", jede Wurzel bricht zwei mal ab. Als er fertig ist, weiß ich nicht, wer den Tränen näher ist, der Arzt oder ich. Bin klatschnass und zittere, hab Kreislauf, er zeigt mir, wie ich mich auf dem Heimweg am besten an die Wand lehne, wenn mir schwummerig wird, damit ich nicht umfalle, das sieht irgendwie unbeholfen aus, wie er das macht, wie eine Gloria Swanson für Zahnbeschädigte, weil er klein und dick ist und nicht so aussieht, als würde ihm häufig schwummerig, aber ich kann nicht kichern, noch nicht mal nach drinnen.
Jetzt ist die Backe dick.
Das war die Eins in unserem Strudelfutz-Azwenzkalender™. Für die Zwei lass ich mir wohl mal was Heitereres einfallen. Bis dahin: Passt schön auf Eure Zähnchen auf, Leute.
Und noch was: Wenn der Arzt Euch einen Dämmerschlaf für 300€ offeriert und Ihr auch nur halbwegs die Kohle habt: Ist gut angelegtes Geld, ehrlich.
P.S.: Die beste Lebensgefährtin von allen hat mich - völlig zu Recht - darauf hingewiesen, dass heute zwar der erste Advent sei, was aber noch lange kein Grund sei, die erste Geschichte im Strudelfutz-Azwenzkalender™ zu öffnen. Da hat sie wohl man Recht. Naja. Dann bis übermorgen.

Freitag, 14. November 2008

Es sitzen in der Küche die beste Lebensgefährtin von allen, die Pubertierende und ich. Der Himmelblaue und die Rosafarbene sind unterwegs, es ist Nachmittag, Kerzen, Kaffee, Teilchen, Ruhe, Plaudern.
Die Pubertierende zeigt auf die Saftpresse und murmelt etwas. Ich sage: "Die ist schon alt, die Saftpresse, da hat die Oma mir schon Saft mit gepresst als ich sooooo klein war."
Dreht sich die bLva zur Presse um und sagt: "Wie? Die ist doch elektrisch?!"
Pardon me?
"Ja, ich weiß. Aber der Fluss neben unserem Haus betrieb ein Mühlrad, welches den Generator im Keller betrieb?!"
"Ja, ich weiß. Ich seh verdammt alt aus für mein Alter?!"
Also wirklich.

Samstag, 8. November 2008

Großklicken lohnt sich!

"Ufos greifen die Erde an", Kunst vom Himmelblauen.
Meine beiden absoluten Lieblingsmotive:
Die Familie am Esstisch, deren kleineres Hochhaus vom rechten umstürzenden größeren Hochhaus abgeknickt wird, und die deshalb plötzlich im Freien steht, und die brennende Untertasse, die am linken Hochhaus lehnt. Nicht schlecht.

Mittwoch, 5. November 2008

Shalömchen

Der Himmelblaue lernt für einen Religions-Test, ich bin behülflich. Er sammelt gerade die drei großen monotheistischen Religionen zusammen, Christentum und Islam hat er schon. Ich gebe Stichwörter:
Ich: "Shalom, Humor, Stirnlöckchen, Klarinettenmusik?"
Er: "Mexikaner?"
Ich: (Ungläubiges Starren.)
Er: "Wegen der Stirnlöckchen? Haben die doch auch, so?" (Läßt einen Zeigefinger an der Schläfe rotieren.)
Ich: "Weiß nicht. Glaub nicht."
(Schweigen.)
Ich: "Judentum?"
Er: "Ach so."

Montag, 3. November 2008

Herzlichen Glückwunsch!!!


Liebe Hildegard,
zum Wiegenfeste nur das Allerbeste wünschen aus der Ferne
Janina, Charlotte und die drei von der Tankstelle!

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Gewitter-Oma

"Ich wollte fragen, wo die Nacht dat Gewitter war."
"Über Bochum."
"Wat?"
"ÜBER BOCHUM!!!"
"Saarbrücken?"

Dienstag, 21. Oktober 2008

Für die Opernfaulpelze...

den Rosenkavalier in einer Minute!

Freitag, 17. Oktober 2008

Neu ist das wahrlich nicht, aber immer wieder schön traurig.
Da erfährt der Begriff "Dreck am Stecken" doch eine unerwartete Nuancierung. Ich persönlich finde ja, dass eine Visualisierung des eigenen Begräbnisses, welche man zu Lebzeiten vornimmt, klare Vorgaben für das irdische Leben geben kann.
Wer will schon ein paar verbiesterte SS-Mümmelgreise an seinem Grab stehen haben, die der Teufel immer noch nicht geholt hat und die gerne nochmals die athritischen Krallen zu einem letzten Gruße hochrissen? Ich nicht. Dann doch lieber einen bunt gekleideten Herrn, der mir ein "Candle In The Wind" nachflötet. Viel stilvoller, das.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Wieder da!

Wir waren fort, in dem Land, wo die Frikandeln blühen und aus den Wänden wachsen. Ansonsten: Wenig Wind, viel Sonne. Schön wars.



Dienstag, 23. September 2008

Happy Birthday!


Der Pubertierenden zum 14. Wiegenfeste!!!

Und denk dran: Ab jetzt wird's strafbar. Ansonsten: Bleib, wie Du bist, und viel Spaß auf der Bühne!

It's magic, Babe. Dankbarkeit.

Der magische Laden, ihr wisst schon. Er lehrte mich manches in meinem Leben, so auch Dankbarkeit. Folgendes trug sich zu, kurz und bündig.
In der Bezahlschlange eine Frau vor mir, zwischen 60 und 70, klein, dick, ne übelst sitzende Perücke auf dem Kopf, neben sich die erwachsene Tochter, die man, je nach Alter oder Political-Correctness-Grad als mongoloid, Downi oder Trisomie-21-geprägt bezeichnen würde, aber sonnig gelaunt. Die Mutter mit der schlecht sitzenden Perücke macht alles in allem keinen frohen Eindruck, sie wirkt gedrückt und klein und schwer und unendlich müde. Nach dem Bezahlen steht sie mit ihrer Tochter am Einpacktisch und packt ein, da kommt eine gleichalte Frau mit einem gleichalten Sohn angeschlenzt, der Sohn auch gehandicapt, weiß nicht, womit, aber eindeutigst gehandicapt, und die Mutter auch so müde irgendwie, und die grüßen sich alle, alte Bekannte, und ich denk schon, au scheiße, die etwas andere Krabbelgruppe, da fragt die Mutter vom Sohn:
"Und, Frau X, ihren Mann habense heute zuhause gelassen?"
Da sagt Frau X:
"Ne, der ruht sich aus, der hat doch morgen Dialyse."
Und da dacht ich mir, Charlöttchen, dacht ich mir, ist schon alles ganz gut so, wie es ist. Man kann nicht meckern.

Na so etwas!

Unsere Katze ist wieder da! Sieben Wochen war die weg, vom Erdboden verschwunden. Und gestern kommt eine freundliche Frau vorgefahren, mit unserer Katze unterm Arm! Die Dame arbeitet in einer Großküche, ein gutes Stück von hier, und unser Kätzchen kam da gestern wohl rein und wollte Nahrung.
Ich glaub es nicht. Sieben Wochen. Und ganz dünn ist sie, Fell über Knochen, aber ansonsten fit wie ein Turnschuh. Mann, mann, mann. So eine Freude!

Freitag, 19. September 2008

Oheim, was wirret dir?


Endlich, der Mitleidswitz erlöst mich von meinen täglichen Qualen. Die beste Lebensgefährtin von allen stellte ihn mir, hier in der Gralsburg. Lange, lange habe ich auf ihn warten müssen. Zwar ist er leider ohne meine standsgemäße Freundin Gloria von Thurn und Taxis, dafür aber mit ner Bar, und einem Pinguin, und ich mag Pinguine ausnehmend:

Kommt ein Pinguin in eine Bar und stellt sich an den Thresen. Beugt sich der Barkeeper vor und sagt:
"Na, Pinguine sehen wir hier aber auch nicht oft!"
Meint der Pinguin:
"Kein Wunder, bei den Preisen!"

Da kann das Leben ja endlich weiter gehen. Und wie!

Montag, 15. September 2008

Das fröhliche Mittelalter.

Es dürfte wohl keinen verwundern, wenn ich hier gestehe, dass ich mich Alice Schwarzer etwas näher fühle als Gloria von Thurn und Taxis. Und da wir im Jahr 2008 leben, und dazu noch in einer Demokratie, ist mir das auch erlaubt.
Als ich letztens den Fernseher einschaltete und bei Frau Maischberger landete, saß ich plötzlich zwischen Gloria von Thurn und Taxis und Kardinal Meisner. "Die Fürstin und der Kardinal", so heißt ein Buch, das die beiden jetzt veröffentlicht haben, und nicht nur die etwas ständische Aufzählung der Autoren erinnerte mich an eine Zeit, welche man gemeinhin als das Mittelalter zu bezeichnen pflegt. Und hier muss ich mal schimpfen: Da fehlt ein Stand! Der Dritte nämlich, das Bäuerlein, der Nähr-Stand (remembering, anybody, "Lehr-, Wehr und Nähr-Stand"?). Und da ich ja Müller heiße, werde ich einfach mal meine Stimme erheben.
Also, lieber Wehr-Stand: Ich weiß, die Zeiten sind hart. Die Müller wirtschaften für ihre eigene Tasche, das Heilige Land ist bis auf Weiteres in den Händen der Ungläubigen, und für Vergewaltigung, Mord und Brandschatzung gibt es jetzt Kerkerhaft. Die Bauern suchen im Fernsehen eine Frau, und das, ohne vorher um Erlaubnis zu bitten. Schlimm, schlimm. Aber könntet ihr euch nicht wenigstens auf eine alte Tugend besinnen, nämlich die, eure Weiber zur Ordnung zu rufen? Setzt sie in einen Turm, produziert Minne, und stopft ihnen um Himmels Willen einen Socken ins Maul. Oder ein Damast-Tüchlein, mir egal.
Schon anlässlich des Verleihung des Ordens Wider den Tierischen Ernst an GvTuT befürchtete ich, dass Ihrer Geschlaucht Nervenkostüm etwas affektiert sein könnte. Seit Frau Maischbergers Sendung bin ich in meinen Sorgen einen Schritt weiter. Aber egal, was den Sinn der Fürstin vernebelt: Ich will es nicht wissen! In den 80ern war sie kein Punk, sondern ein Mensch, der auffallen wollte, und das ist sie heute auch noch. Damals wie heute: Wenig Botschaft, viel Radau. Und das mit meinen GEZ-Gebühren.
Ist das unser aller neuer Nähr-Auftrag? Durch Rundfunkgebühren und Zeitschriftenkäufe einen in die Definitionskrise geratenen Stand durch vermeintliche Sinngebung weiter durchzufüttern? Wahrhaft christlich, sollte man meinen. "Aber ja" (tätschel), "natürlich doch. Hm? Oh, so bedeutend? Ach, so alt?"
Mir ist klar, dass es erfreulichere Borterwerbe gibt, als etwa das Verscheuern des eigenen Namens durch Adoptionen von Geldproleten oder die 500ste Homestory für eine Hausfrauenzeitschrift. Aber es gibt andere Broterwerbe, durchaus.
Und selbst, wenn GvTuT durch echte eigene Arbeit ihren Familienbetrieb wieder ans Laufen bekommen hat, rechtfertigt das nicht ein solch buntes Feuerwerk der Absurdtitäten wie bei Frau Maischberger. Oder sitze ich gerade einem Marketing-Trick auf? Das würde mich jetzt sehr wurmen. Die Welt ist nicht einfacher geworden.

Donnerstag, 11. September 2008

Wer schreibt mir einen Witz?

Ich bin betrübt.

Der Witz muss anfangen mit:

"Sitzen Gloria von Thurn und Taxis, Mike Thyson und Mr. Bean in einem Flugzeug..."

oder mit

"Kommt Gloria von Thurn und Taxis in eine Schwulen-Bar..."

Dienstag, 9. September 2008

Die Entdeckung des Himmels.

Einer meiner drei absoluten Oberlieblingsromane. Und aus aktuellem Anlass muss ich einmal eine kleine Sequenz nacherzählen:

Einer der Protagonisten, Max, ist Astronom von Beruf, aber er schaut nicht in die Sterne, sondern er horcht eher, er arbeitet in einem Radioteleskop, in Leiden, glaube ich. Seit Tagen beschäftigt ihn ein "Hintergrundrauschen" im letzten Winkel des Alls, eine seltsame Frequenz, ein Gewurstel, das eigentlich keinen Sinn macht, anfangs dachte man gar ein einen Messfehler. Jetzt sitzt Max im nächtlichen Garten, leert eine Flasche Rotwein, starrt in die Sterne und denkt nach. Über das seltsame Rauschen. Und dann trifft ihn die Erkenntnis. Er weiß, was das Rauschen darstellt, das ihm immer so vor kam, als solle es eigentlich verdeckt werden: Er ist Gott auf die Schliche gekommen, er hat den Himmel entdeckt.
Er springt auf, höchst erregt und euphorisch, will ins Haus laufen, um seine Freundin zu wecken, da trifft ihn ein kleiner, aber wirkungsvoller Komet und er fällt tot um. Weil der Himmel lieber unentdeckt bleiben möchte.

Und jetzt lese ich über Cern, den Teilchenbeschleuniger, und die Hoffnungen, die man in die Ergebnisse der ab morgen stattfindenden Protonen-Rallye steckt. Über die Entstehung des Universums.
HALO-HO? Jemand mal Mulisch gelesen?
Wenn das mal gut geht. Es gibt ja einen Tübinger Physik-Professor, der Stein und Bein schwört, dass die Erde untergeht, wenn die ab morgen anfangen, Protonen zu schleudern, weil sich dann schwarze Löcher bilden, welche die Erde verschlucken werden. Ich sach mal nix. Nur so viel: Der Himmel lässt sich nicht gerne in die Karten schauen.

Montag, 8. September 2008

Filosofie für Phortgeschrittene

Die Rosafarbene löst das Kreuzworträtsel in unserer Tageszeitung und beschließt, dass da etwas nicht stimmt, deshalb braucht sie ein Wort mit drei Buchstaben, das sie neu einfügen will. Deshalb kommt sie zu mir und fragt:
"Was ist denn das Gegenteil von 'sein'?"
Bin für Vorschläge dankbar.

Montag, 1. September 2008

Bin aus Wien zurück.

Und immer noch geht das damals vor den Toren Wiens gerettete Abendland hier ganz schnafte unter.
Sitzen wir am Abendbrottisch, fragt die beste Lebensgefährtin von allen die Pubertierende: "Na, hast Du Dein Referat über Drogen gehalten?" Die Pubertierende schüttelt den Kopf. "Ne. Vor mir waren noch "Bulimie" und "Missbrauch" dran." Die bLva schießt einen Seitenblick und fragt: "Für was fürn Fach isn das eigentlich?" Meint die Pubertierende: "Religion." Na denn, Prosit.
Ansonsten bin ich noch geschlaucht von vielen Kilometern auf der A3/A8, gewann Einblicke in die Psyche anderer, auf die ich lieber verzichtet hätte.

Montag, 25. August 2008

It's magic, Babe. Verzeihen.

Angeregt durch meine gedankliche Beschäftigung mit dem Pfandflaschen-Man und der offensichtlich magischen Aura meines Lieblings-Discounters gingen mir in den letzten Tagen nochmal die eine oder andere Anekdote durch den Kopf.
Dieser Laden hat schon viel bewirkt; er brachte die beste Lebensgefährtin und mich sogar einmal so weit, mit einem Rucola-Salat unter dem Arm auf das Polizeipräsidium zu marschieren. Wir wollten Genugtuung und erfuhren Ignoranz und Gleichgültigkeit. Es war niederschmetternd.
Zugetragen hatte sich Folgendes:
Wir kauften ein für ein kuscheliges Wochenende zu zweit, und zu den erworbenen Nahrungsmitteln gehörte auch eine Schale mit Rucola-Salat. Schon im Wagen fiel uns auf, dass etwas nicht stimmte; es stank. Wir folgten der grünen Fahne und landeten beim Rucola. Ein Blick auf den Boden der durchsichtigen Kunststoffschale offenbarte Widerwärtigstes: Der Salat war so verfault, dass sich bereits grünbraune Flüssigkeit gebildet hatte, die mächtig stank. Das war ein klarer Angriff auf unsere Gesundheit und somit nicht zu tolerieren. Unser Plan, unverzüglich das Gesundheitsamt aufzusuchen und die Schande öffentlich zu machen war zwar gut, aber schwierig zu verwirklichen, da es ein früher Samstag Abend war (deshalb der hektisch gekaufte Salat, in Ruhe wäre uns das nie passiert).
Da wir dieses Menetekel gedankenlos verrichteter Arbeit gleichgültiger Discounter-Angestellter aber unbedingt bewahren wollten, marschierten wir auf das Polizeipräsidium Innenstadt. Da war nicht wirklich viel los, nur zwei gelangweilte Beamte lümmelten im Empfangsbereich herum. Die fanden unsere Geschichte ganz interessant und den Salat genau so widerwärtig wie wir.
Da aber trennten sich unsere Wege.
Man machte uns behutsam klar, dass auf dem Gesundheitsamt jetzt keiner mehr wäre, und eine "SOKO Rucola" ihres Wissens nach nicht existiere. Man könne den Salat natürlich jetzt einfrieren, allerdings würde ein Auftauen den Gesamtzustand des Salates nicht unbedingt verbessern. Man würde uns ja schrecklich gerne helfen, aber... Warum wir ihn nicht einfach umgetauscht hätten?
Auf eine solche Frage antworteten wir gar nicht mehr. So viel zum Schutz der Bürger.
Wir also zurück zum Tatort gerauscht. Mit schärfsten Worten den Befehlshabenden der Frischtheke herzitiert.
Und was soll ich sagen: Mein Zorn fiel in sich zusammen wie ein Soufflé am offenen Küchenfenster.
Der Frischthekenoberverantwortliche war ein nicht mehr ganz junger Mann mit schmalem, annähernd aristokratischem Antlitz und einer kindlichen Verletzlichkeit, der seinen weißen Kittel mit Unbehagen trug und sichtlich das rechte Bein nachzog. Er schaute müde. Ich wurde sanft, ebenso die bLva. Wir machten ihm so schonend wie möglich klar, dass das nicht ginge mit so einem Salat, dass wir etwas besorgt wären. Er offerierte zerknirscht eine Flasche Sekt oder ein Pfund Kaffee, was wir tugendhaft ablehnten; es ginge uns nicht um die Bereicherung. Wir sind nicht wie die Menschen, die sich eine Bananenschale zurechtlegen, um dann auszurutschen und einen Konzern, den sie vorher per Dartpfeilwurf auf den Börsenteil der FAZ ermittelten, auf ein Vermögen zu verklagen. Oh nein. Lediglich die 1,27 € hätten wir gerne wieder. Wir trennten uns in gegenseitiger Achtung. Gereift und ohne Salat.

Sonntag, 24. August 2008

Ich bräucht mal Hilfe.

Also, ich berichtete vor ein paar Wochen, dass der Himmelblaue und die Rosafarbene in einer Gewaltorgie Badezimmer und Deckenlampe ruinierten.
Jetzt brannte vor einigen Tgaen auch die letzte Glühbirne durch, und seit dem verrichteten wir unsere Badtätigkeiten nach Sonnenuntergang bei Kerzenschein (was ich persönlich heimelig fand und dem Auge schmeichelnd), aber es ist trotzdem lästig, Kinder, die mit Feuer hantieren, Katzen, die sich an Kerzen entzünden usw., die alte Leier.
Also wollt ich heute ne neue Lampe anschließen, das ist aber nicht so einfach, ich bin ratlos. Die Lampe ist von Ikea, und ich habe keine Ahnung, wie der Schwede an sich so ne Lampe anbringt, bei mir heißt es Braun, Blau und Gelb und fertich. Aber an der Schwedenlampe sieht das so aus:


Ich hab dann einfach mal auf gut Glück Drähte wo rein gewurstet, den Blauen bei E27B, wegen dem "B" wie Blau, und den Braunen dann in 4/500, wegen der Symmetrie, und was soll ich sagen? Die Lampe brannte anstandslos. Aber geheuer ist mir die Sache nicht, gar nicht. Und ich hab ja keinen Schimmer, wo die Erde reinsoll. Deshalb meine Frage an die Leser: Kennt jemand diese vier Buchsen und weiß was damit anzufangen? Exilschweden nach vorn!

Samstag, 23. August 2008

It's magic Babe. Grandezza.

Die Schlange vor dem Pfandautomaten, erinnert sich noch der Eine oder Andere? Komische Leute, kleine Mäuschen? Dieser Laden mit dem Pfandautomaten ist magic. Da erlebe ich seit über zehn Jahren die seltsamsten Dinge. Ich sag nur: "Natur oder im Golddarm?" Oder der SMler. Oder die Rouladen-Oma. Aber das sind andere Geschichten.
Heute war ich wieder da, Altflaschenzeugs wegbringen, vor mir eine kurze Schlange. Ganz vorne füttert ein Mann den Automaten, eine Flasche nach der anderen; der Mann hat eine Plastiktüte umhängen, in der sind viele Flaschen, neben sich einen geleerten Kasten Bier, auf dem Kasten eine Tüte voll mit Pfandflaschen, um sich herum weitere drei Tüten mit Pfandzeugs. Und wissen Sie, was ich immer denke, wenn ich so Leute mit viel Altflaschenzeugs vor mir sehe? "Schlampe", denk ich dann (auch bei Männern), "Schlampe. Zu faul, regelmäßig dat Zeuch mal rauszutragen. Oder am besten noch irgendwo einsammeln, die Flaschen, für die paar Fennich. Ne Schande ist das." So denk ich dann. Ausser, wenn ich da vorne in der Schlange steh und den Automaten mit 500 Flaschen füttere und die Blicke der hinter mir stehenden mir Löcher in den Pulli brennen. Dann denk ich mir nämlich: "Starrt ihr nur, ihr Loser, hat halt nicht jeder Zeit, mit jeder geleerten Pulle gleich in den Laden zu rennen, es gibt auch noch Leute, die arbeiten und dem Staat nebenher auch noch ein paar Steuerzahler erziehen. Und ich geb hier nur Wasser zurück, wenns einen interessieren sollte. Für Bier hab ich nun wirklich keine Zeit." So denk ich dann, wenn ich vorne stehe.
Aber heute steh ich in der Schlange und brenne folgerichtig kleine Wutstarrlöcher in das rückwärtige Sakko des Vorderen. Zusammen mit dem Rest der Wartenden starre ich und verbreite Unmut. Der Vordere scheint das langsam zu merken, und er knickt ein; da, wo die Schnur der Tüte sich quer über seinen Rücken zieht, färbt sich das Sakko langsam dunkel, dem Typen läuft der Streßschweiß literweise den Körper runter. Er wird immer fahriger, und irgendwann drückt er entnervt auf den Bonausdruckknopf, er bricht ab und lädt den nächsten in der Schlange vor, mit einer resignierten Handbewegung.
An dem Punkt war ich schon echt peinlich berührt, weil der Typ so komisch war. Der trug grauenhafte Klamotten, und alles in Grautönen, ein graues Sakko, ein graugemustertes Hemd aus den 80ern, eine graue Hose. Eindeutig ein bereits oder demnächst den Fängen der Gesellschaft Entronnener, der sich in ca. drei Jahren auch keine Sorgen mehr um seine Miete machen muss. Und dennoch... Ihn umwehte, neben abgestandenem Bier, eine seltsame Aura. Rein vom Gesicht und Ausdruck her hätte er ein Wissenschaftler vom nahegelegenen Max-Planck-Institut sein können. Aber der Gestank und die Klamotten sprachen eine andere Sprache.
Ich also noch am hin- und herschwanken, was ich von dem Vogel eigentlich halten soll, der die ganze Zeit seine Tüten in gespielter Geschäftigkeit umherschiebt und murmelt, weil ihm das ganze so furchtbar peinlich ist, und dabei ab und an eine Tüte umschubst, was ein lautes Geklirr verursacht, was ihm dann noch tausend mal peinlicher ist, ich bin also hin- und hergerissen, als es geschieht: Der Mann zieht ein Stofftaschentuch raus (grau), was mich nicht verwundert, denn sein Gesicht ist von dem ganzen Streß und der Peinlichkeit klatschnass, aber er wischt sich nicht die Stirne, sondern er preßt sich das Taschetuch vor den Mund und starrt auf das Tütenmalheur, und für eine schreckliche Sekunde sieht er nicht aus wie ein Mann, der sich noch daran gewöhnen muss, ein Penner zu sein, sondern er ist original eine russische Fürstin, die an einem kalten Wintertag im Jahr 1917 einen letzen Blick auf ihr zerstörtes Palais wirft, bevor sie Rußland den Rücken kehren wird und nach Rumänien gehen oder an die Côte d'Azur. Eine Geste voll Verlorenheit und Verzweiflung, so echt, dass ich wieder den Blick abwende, diesmal nicht wegen der Peinlichkeit, sondern aus Achtung. Ehrlich jetzt. Ernst.
Aber jetzt kommts: Als ich nochmal hingucke, mir den Knaben nochmal anschauen will, da sehe ich, dass sein Taschentuch, dieses Requisit seiner ganz, ganz großen Geste, ein alter Tennissocken ist! Hat man noch Worte? Wischt der sich mit einem alten, verschossenen Tennissocken (Fila, glaub ich) das Gesicht ab, und verbreitet dabei eine solche Grandezza.
Mir war der Tag gerettet, aber voll.

Freitag, 22. August 2008

Mutter, guck mal!

Einmal die Haare in Ordnung!
Dank meines findigen und weiterhin bloggenden Cousins Fabi cruiste ich gerade über eine Seite, in der man sein Gesicht in alte Jahrbücher kleben kann. Und so sähe das dann aus, wenn ich meinen Abschluss im Jahr 1950 gemacht hätte:


Nun denn.
Wer noch mehr Unsäglichkeiten bewundern will, schaut mal beim Fabi rein!

Ich muss leider erneut drauf zurück kommen...

Aber mir ist nicht ganz klar , warum sich Daniel Unger, ein deutscher Leichtathlet, plötzlich angesichts möglicher Dopingfälle aufführt wie Jane Austen im Pornokino.
Es sei "eine Riesenverarschung", was Herr Bolt da aufführe. Er wärme sich nocht nicht einmal auf, leide nicht unter Jetlack und überhaupt. In Jamaika tue und lasse man, was man wolle. Ich lese und lese diese Worte der Empörung, aber es ändert sich nichts: Für mich ersichtlich regt sich Herr Unger nur darüber auf, dass Herr Bolt
1. nicht genügend Theater spielt, um seinen überirdisch fitten Zustand zu kaschieren und
2. die Jamaikaner viel weniger kontrolliert werden als andere Sportler.
Dünnes Eis.
Wenn der deutsche Sport international anerkannt dopingfrei wäre, dann gerne. Aber es bleibt doch dabei, dass es alle tun. Es ist doch nur so, dass die reichen Länder ständig mit ihren Dopingpräparaten den Dopingaufspürpräparaten ca. zwei Jahre voraus sind. Und dann müssen die ärmeren Länder halt etwas tun, um noch mithalten zu können. Oder will mir jemand erzählen, dass Herr Phelps Leistungen etwas mit seinen klodeckelgroßen Händen zu tun haben? Für mich ist es ganz großes Kino, wenn Herr Bolt im 100 m-Lauf kurz vor der Ziellinie noch mal etwas langsamer wird, und trotzdem haushoch gewinnt. Er führt diesen ganzen Zirkus ad absurdum. Man sollte ihm die Narrenkappe aufsetzen und den Orden Wider Den Tierischen Ernst verleihen, an der goldenen Epo-Nadel. Dieses bigotte Gejammer jedenfalls ist einfach nur peinlich und wenig intelligent. Fast so eindrucksvoll wie die Mär von der Zahnpastatube.
Naja, wer weiß, vielleicht hätte Herr Unger freundlichere Worte für Herrn Bolt übrig, wenn er im Triathlon, wo er als potentieller Gold-Kandidat an den Start ging, gewonnen hätte, und nicht auf Platz sechs gelandet wäre, besiegt von Herrn Frodeno, einem reichlich kontrollierten Deutschen.

Dienstag, 19. August 2008

Sching, schang, schong,

Schinese im Katong.

Hab mich bisher ja kaum zu den Spielen geäußert, was für mich als Kosmopolitin nicht geht.

Also.

Guckt man die Läufer, Kurzstrecke, sprechen die Kommentatoren von Doping, bevor die Sportler in den Startblöcken hocken. Guckt man Schwimmen, wo dieser Androide eine halbe Stunde vor dem Rest anschlägt, schluchzen die Kommentatoren vor Euphorie: "Phelps, Du bist ein Teufelskerl!", "Phleps, Du Gott!", das ist ja schlimmer als bei Frau Riefenstahl. Da sage ich laut: "NEIN!". Denn: Entweder ist man ehrlich, und sagt: "Na gut, sie dopen ausnahmslos alle, denn man tau. Ist ja schön bunt, trotzdem." Oder aber, man schiebt den Moralischen, und sagt: "Igitt, die dopen ja alle, da guck ich lieber meiner Waschmaschine beim Schleudern zu, das ist so schön sauber", dann ist das auch gut. Aber Jamaikaner zu verurteilen, bevor sie auch nur losgelaufen sind, und einen hochgezüchteten, roboterartigen US-Bürger mit Phantasialand-Leistungen abzufeiern, das ist nicht nett. Da bekomme ich schon wieder Weltverschwörungstheorien, so eklatant war das.

Meine Favoritin dieser Spiele heißt übrigens Olga Korobka. Womit diese Dame dopt, ist sonnenklar: Mit Muttis Serviettenknödeln!



Der Fabian Hambüchen hat heute schwer mütterliche Saiten in meinem Herzen angeschlagen, wie er da so saß und seiner Silbermedaille zuschaute, wie sie davonflog, diese anrührende Mischung von Wut und Traurigkeit. Mann, mann. Gut, dass er seinen Papi dabei hatte.

Heute hab ich zum erstem mal Dressurreiten geschaut, also richtig aufmerksam geschaut, und da sah ich, dass dem Pferd zur Hälfte der Kür der Schweiß von der Stirne rann und der Sabber literweise aus dem Maul; dagegen sah seine Reiterin wesentlich frischer aus, mit ihrem pfiffigen Zylinderhütchen. Als das Pferd dann zum Lied "Like a Puppet on a String" seine komischen Hüpfer machen musste, bekam ich Ebenen-Geschwurbel und fühlte mich sehr unwohl. Im Zylinder und Fräckchen mit hochmütiger Attitüde andere schwitzen lassen: Da können die Olga und ich nur verächtlich schnauben.
Generell fällt mir das Zuschauen nicht so leicht: Beim Gewichtheben hauts mir die Bandscheiben raus, nur vom Hingucken, beim Turmspringen habe ich immer Angst, dass die sich den Schädel am Brett zuschanden schlagen, beim Barren heult die Orthopädin in mir, beim Dressurreiten werd ich moralisch; man hat es nicht leicht.
Schwimmen guck ich gerne, da geht die Verletzungsgefahr stark gegen null, aber da ärgere ich mich über den phlegmatischen Phelps (denn, so flott der auch im Wasser ist, an Land wirkt er seltsam gedämpft, also so kopfmäßig jetzt). Naja.
Vor Jahren (Ja-ren-den, wie meine Frau Mutter sagt, wenn es wirklich lange her ist), da gabs nen Witz, meine ich jedenfalls:
F: "Wie heißt die Hauptstadt von China?"
A: "Do-Ping."
Bild ich mir das ein? Kennt den noch jemand? Dreh ich langsam durch? Wie alt ist der Witz denn? Hülfe. Ich mach jetzt Schluß, gucke Dr. House. Vielleicht gibts da was über Sportverletzungen (Letztens, im Film, sagte ein Hypochonder, nachdem er ein wirklich ekliges und langes Buch über Krankheiten gelesen hatte: "Ich hatte ja keine Ahnung, wie krank ich bin.")

Samstag, 16. August 2008

Mein absolutes Lieblingslied.

(Hier war mal ein YouTube-Link zu Ray Charles' "Georgia On My Mind", aber da diese überbezahlten Software-Vollidioten von Blogger seit Jahren nicht in der Lage sind, eine auch nur annähernd an stabil erinnernde Plattform auf die Beine zu stellen, die nicht beim ersten Räuspern eines frischgeschlüpften Kolibri zusammenbricht, ist das Video, nachdem ich es gewagt hatte, diesem Beitrag nachträglich das Label "GESTRUDEL" zu verpassen, verschwunden, und aus alter, leidvoller Erfahrung weiß ich, dass es das auch bleiben wird, ausser, ich verfasse diesen Beitrag neu, was ich NICHT tun werde, sollen sich die verpickelten Computer-Nerds von Blogger doch noch ne Runde schämen.)

Mein allerliebstes Lied, von allen. Und das gilt für alle 38 Jahre, die ich schon lebe. Ich habe mir lange Zeit gelassen mit dem Prädikat "absolutes Lieblingslied", wollte im Überschwang der Jugend keine Worte aussprechen, die dann nicht mehr zurückzunehmen sind. Aber jetzt, nach der ersten Hälfte meines Lebens, bin ich mir sicher: Das ist mein absolutes Lieblingslied, und das seit 30 Jahren. Allerdings nur gesungen von Mr. Ray Charles.
Und am liebsten die Schmalzversion mit Streichern und so, aber da gabs bei Youtube nur ganz bescheuerte Videos zu, deshalb lieber ein schicker Live-Mitschnitt.

Freitag, 8. August 2008

Eröffnungsfeier ist...

wie wennze Orks das Tanzen beibringst.

Freitag, 1. August 2008

See through the prison bars, Joe Bean...


Manchmal, wenn die Glut des Tages verebbt, dann höre ich ihn leise singen. Joe Bean, Folsom Prison Blues, Send A Picture Of Mother.
Ich sage nichts, wenn ich mal wieder Walk The Line im DVD-Spieler finde, aber ich wüßte zu gerne, wo er seine Gitarre versteckt hat.

Donnerstag, 31. Juli 2008

Wenn ich hier die Gesetze machte...

1.
Frauen, die für andere Menschen oder Dinge das Adjektiv "herrlich verrückt" verwenden, bekommen 10 Stockhiebe auf die blanken Fußsohlen, zur Mittagsstund auf dem Marktplatz.
2.
Frauen, die für sich selbst das Adjektiv "herrlich verrückt" verwenden, gehen ihrer Bürgerrechte verlustig und werden in den Wald getrieben, wo sie fürderhin als Vogelfreie leben.
3.
Es ist deutschen Privatsendern untersagt, den Bürgern eindeutig als Plagiat erfolgreicher Hollywoodproduktionen auszumachende eigenproduzierte Fernsehfilme zuzumuten. Bei erstmaliger Zuwiderhandlung wird eine Geldbuße von 10.000000 € fällig, auszuzahlen an Bundesdeutsche Filmhochschulen, bei einer Wiederholung wird der betreffende Sender verstaatlicht, seine Vorstandsmitglieder und Entscheider werden der Unfallforschung als Crash-Test-Dummies zur Verfügung gestellt.
4.
SUV-Fahren ist ab sofort verboten. Jede(r) SUV-FahrerIn hat sein Fahrzeug unverzüglich am nahegelegensten Schrottplatz eigenhändig der Verwertung zuzuführen und anschließend auf eigene Kosten eine 14-tätige Schulung in Sachen Geschmack und Ethik zu absolvieren. Sportwagen sind unter der Einschränkung weiterhin geduldet, dass der/die FahrzeugführerIn beim Verlassen des Fahrzeugs eine Eselsmütze aufsetzt und laut und vernehmlich den Satz "Ich wurde zu kurz gestillt!" ruft.
5.
Fahrradfahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten und Autofahrer maßregeln, haben im Sitzen und ohne Sattel die Strecke von sieben Meilen zurückzulegen.
6.
Rentner, die Diskussionen mit jüngeren Mitbürgern mit den Worten "Frollein", bzw. "Spochtsfreund" eröffnen, werden nach Bitterfeld zwangsumgesiedelt.
7.
Die Moderatoren Silbereisen, Hertel und Mross erhalten die irakische Staatsbürgerschaft im Tausch gegen die deutsche und werden umgehend verschifft.

To be continued...

Sonntag, 27. Juli 2008


Diese Ebay-Anzeige stammt von einem glücklichen Pentax K 10d-Besitzer... Ich besitze ja eine baugleiche Kamera, und ich habe ihr mühevoll den Jägermeister abgewöhnen können.

Freitag, 25. Juli 2008

Romananfänge, die der Welt GARANTIERT nicht fehlen.

"Überraschen Sie mich", gurrte Eugénie de la Pomme, während sie sich in das luxeriöse Fauteuil zurück sinken ließ und mit ihrem seidenenen Fächer die schwüle Abendluft Martiniques zu verscheuchen suchte.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Romananfänge, die der Welt noch fehlen IV

Dass Bastian Linnekämper, fiebrig-energetischer Lead-Gitarrist und Sänger der Kapelle "Die Spreewaldgurken", welche in gewissen Kreisen längst über die Grenzen Kreuzbergs hinaus als Garant für gepflegten Punkrock stand, gezwungen war, auf Grund einer ärgerlichen Zahnfehlstellung in der Nacht eine Spange zu tragen, war eine Tatsache, die er nicht unbedingt jedem auf die Nase band, auf gezieltes Nachfragen hin aber nicht verschwiegen hätte; seine größte Leidenschaft allerdings, Quell seiner Inspiration, Oase und Tempel für seine gehetzte Seele, das Briefmarkensammeln nämlich, hielt er mit einem fast krankhaften Eifer geheim, wofür es zwei schwerwiegende Gründe gab.

Sonntag, 13. Juli 2008

Aber dalli.


Happy Birthday...



to me, altes Mädchen!


Ich habe heute ein Hotzenplotzfrühstück bekommen, von meiner wundervollen Familie. Ein Frühstück mit Bratwurst und Sauerkraut, ungelogen. Schlimperdibix, ich bin jetzt noch satt. Die beste Lebensgefährtin von allen hat mir einen langgehegten Wunsch erfüllt, eine neue Kamera. Und was für eine Kamera. Die Katalogbraut, von der ich dachte, ich müsste sie ein Leben lang aus der Ferne anschmachten. Heijei. Ich bin ganz platt. Grad gluckert es mir warm ums Herz.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Wo die hingucken?

Auf den CSD in Kölle, der war am Sonntag, und die beste Lebensgefährtin von allen und ich mittenmang! Das war wie immer sehr köstlich. Photos gibts rechts in der Diaschau. Schüß.

Donnerstag, 3. Juli 2008

FREE POLDI!

Liebe Leserschaft,
ich weiß, ich war träge, schreibträge, im analogen Leben war ich dagegen sehr fleißig. Doch es geschehen Dinge, so ungeheurlich, dass ich meine Klausur verlassen MUSS und meine Stimme erheben.

Nachdem Herr Hoeneß einmal erneut bewiesen hat, dass es nichts gibt, das man mit Geld nicht kaufen könnte, wobei ihm Herr Klinsmann mehr als hilfreich war, indem er bewies, dass auch der vermeindlich sympathischste Kämpfer und Sportsmann einfach nur seinen Preis hat; nachdem das Vereinsklausendach der kickenden Designer-Millionäre und ihren pornokrallenbestückten Synthetiktussis ab jetzt - trauriger Höhepunkt der verquasten, geschmacklosen Klinsmannschen Hausmacherphilosophie - Buddha-Statuen schmücken, die da ungefähr so stimmig sind wie eine Ghandi-Büste auf dem Obersalzberg; nachdem offensichtlich also das vom Koks und Bier noch klebrige Münchener Geld die Welt mal wieder so richtig schief gerade gerückt hat, trompetet Buddha-Klinsi es auch schon in die weite Welt:
Man gedenke nicht, Poldi zum 1. FC Köln ziehen zu lassen. Allerdings könne man ihm bei Bayern keinen Stammplatz garantieren, wegen der vielen tollen Spieler, die man da so hat. Deshalb also meine Forderung:

FREE POLDI!

Lieber FC Bayern,
um Himmels willen, wenn Ihr schon so gar keinen Geschmack habt, dann habt doch wenigstens ein Herz! Der Poldi ist unglücklich bei Euch und will ins Rheinland! Herrschaftszeiten. Das ist doch so schwer nicht zu verstehen. Ihr habt doch soooo viele tolle Spieler, die mit den Stammplätzen. Der Rest der Nation sähe den Poldi nämlich ganz gerne Spielen, und der Poldi würde wohl auch ganz gerne spielen. Also, nehmt Euern dicken Hintern da runter und benehmt Euch mal. Und Klinsi: Sechs, setzen.

Montag, 23. Juni 2008

Der Tag als der Regen kam..

Also, gestern hat es ja gegossen wie aus Kübeln, und mein Auto sah danach extrem sauber aus, piekfein.
Wenn ich einen Wunsch an die Götter der Klimaunbillen frei hätte, dann wäre es der:
Nach einem Guß wie dem gestrigen bitte einen kurzen Heißwachs-Srühregen, gefolgt von einem Schauer von Lederlappen. Das würde mir viel Geld sparen. Danke.

Sonntag, 22. Juni 2008

Frage:
Was macht ein Engländer, nachdem sein Team die EM gewonnen hat?

Antwort:
Die Playstation aus.

Wenn Sie sich jetzt fragen, warum ich, die Herrin der tiefgründigen Gedanken, die Königin des subtilen Witzes, die Virtuosin der verschlungensten Gedankengänge, gnadenlose Ausleuchterin kultureller und gesellschaftlicher Mißstände, nach langer Blog-Abwesenheit es wage, Ihnen lediglich ein Witzchen untersten Stammtisch-Niveaus zu liefern, dann bleibt mir nur eine Antwort:
WEIL ES WITZIG IST!
Verstanden? Das ist brüllend komisch. Denn Schadenfreude ist die schönste Freude, und wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Halbzeit

So, Freunde der Blasmusik, es ist so weit, die beste Lebensgefährtin von allen ist hier eingezogen, und die Deutschen ins Viertelfinale. Wobei das mit der bLva weniger mühevoll ablief. Gnarhar.
Zum Fußball gibt es nicht viel zu sagen. Ich habe die Vorrundenspiele mit Interesse geschaut und einige Feststellungen machen dürfen:
Angie jubelt nach wie vor äußerst herzig, simst aber während der Spiele, das finde ich nicht so toll.
Uli Hoeneß sieht von links unten aus wie Norbert Blüm.
Herr Löw leidet an einer Versteifung der Ellenbogengelenke und muss seine Jacken deshalb über der Schulter tragen, weil er es nicht bis in die Ärmel schafft, aber das sieht lässig aus.
Zu Herrn Netzer kann ich mich nicht äußern, allerdings fragte mich der Himmelblaue beim Fernsehen: "Warum ist der so häßlich?" Was soll man da sagen? "Das macht nix, dem sind die Frauen trotzdem scharenweise nachgelaufen, Geld glättet alle Kanten"? Wohl kaum. Ich hab gesagt: "Weil der liebe Gott ihn so gemacht hat", da war dann Ruhe und ich konnte weiter Spielanalyse lauschen.
Heute Abend dann Portugal, nun denn. Wenigstens sitzt die bLva dann neben mir auf der Couch um meine Tränen zu trocknen. Wenn die Deutschen rausfliegen, bin ich für Holland, wegen der Frikandels und Veere.

Montag, 9. Juni 2008


Meiner lieben und sehr vermissten Großmutter Lotte zum 90. Geburtstag.
Es wäre schön, wenn Du hier sein könntest.

Samstag, 7. Juni 2008

Prince wird 50. Leckofanni. Da kann ich ja mal langsam die Stützstrümpfe rausholen, oder was?

Freitag, 6. Juni 2008

KMGE

Das ist eine kleinst mögliche Geschehenseinheit. Wönzigkeiten, die geschehen können, Minimalvorkommnisse mit maximalem Potential, mich voll fertig zu machen. Der Schmetterlingsflügelschlag, der meine Welt umweht. Zum Beispiel:
Ich will nur mal ganz flott, so huschhusch, im Vorübergehen die Brotkrümel vom Brotschneidebrett wischen, also eine Hand vors Brett gelöffelt, die Handkante der anderen Hand wischt die Krümel zum Ziel, und dann das:
Ich schlenze mit der Handkante VOLL durch ein Nutella-Relikt, das ein Brotschmierer vor mir verursachte. Handkante versaut, Bremsspur auf dem Schneidebrett. Also Hände waschen, Lappen holen, Brett wischen. Krieg ich sowas von üble Laune.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Django spricht das Nachtgebet

Die Rosafarbene und der Himmelblaue baden.
Der Himmelblaue kreischt. "Menno, Du hast mich naßgespritzt!"
Die Rosafarbene: "Max!!!" (Wenn sie sich über ihn aufregt, dann trompetet sie das 'Max' raus, mit einer abgrundtiefen Empörung, sie klingt dann wie eine Oma, der man den Blasentee und die Haftcreme gestrichen hat.) "Max! Wir sitzen in der Wanne! Da kann ich Dich ja wohl kaum naß machen!"
Wie wahr, denke ich.
"Ja, aber ich will nicht kalt naß gemacht werden."
Klingt cool, Django, denke ich.
Dann eine Weile Gerödel und Gekicher und Laute, dann auf einmal ein Knall und Scherbengeklirr. Stille. Dann ein "Mama?" aus dem Bad, eher kleinlaut. Ich atme tief ein und begebe mich ins Badezimmer.
Die Rosafarbene trägt Badeanzug und Taucherbrille, sie und der Himmelblaue haben Wasserpistolen in der Hand, die mit dem Pumpmechanismus, die so schön weit reichen. Im Bad ist es seltsam dunkel. Ich bin verwirrt, frage die Rosafarbene: "Wieso trägst Du denn einen Badeanzug?" Sie findet das eher nebensächlich, deutet auf die drei Strahler an der Decke, von denen nur noch einer leuchtet, und sagt: "Der Max hat auf die Lampe geschossen!"
Ich stiere ungläubig den Himmelblauen an. Er reicht mir im vorauseilendem Gehorsam seine Pumpgun: "Die kannst Du mir ruhig abnehmen."
Ich stiere an die Decke. Eine Glühbirne ist explodiert. Eine zweite intakt, aber aus, die dritte leuchtet. Auf dem Boden knirscht es. Die Rosafarbene quietscht: "Ich glaub, ich sitz auf ner Scherbe."
Ich wende mich wieder dem Himmelblauen zu, dem es langsam ungemütlich wird.
Ein müdes Ablenkungsmanöver: "Menno, das erzählt die morgen in der Schule überall rum!" Aber die Mitleidtour ist gerade ganz schlecht. Ich halte einen Vortrag über Lichtbögen und die Leitfähigkeit von Wasser und gegrillte Scherzkekse. Der Himmelblaue windet sich vor Peinlichkeit über seine Aktion. Er brüllt: "Ich hab doch gesagt, dass Du mir die abnehmen kannst!" und wedelt mit der Pumpgun.
Ich bin einigermaßen fassungslos. Das einzig Gute an der Aktion: Die beiden waren mehr als handzahm danach, die Explosion hatte Eindruck hinterlassen.
Jetzt würde ich gerne mal meinen Vermieter fragen, warum er einen FI-Schalter in meinen Sicherungskasten einbaut, wenn selbst bei Wasserbeschuß auf Glühbirnen alle Sicherungen brav ihren Dienst tun. Das ist schon etwas rätselhaft. Das Leben im Altbau hält immer Überraschungen bereit. Das Leben mit Kindern im Altbau ist nachgerade aufregend.

Sonntag, 1. Juni 2008

Den Zwinger nicht in den Finger stecken!

Wir waren im Tierheim.

Was ich mich frage: Mal von der Sinnfreiheit abgesehen, dass ne Omma ihren Fifi gegen ausländische Mitbürger aufbringt; WIE zur Hölle hat sie das gemacht? Doch wohl kaum eine Ausweiskontrolle?

Und diese unnachahmliche Spalte im Profil:

"Probleme mit Personen/Dingen: Ausländern"

Da merkt man gleich: Da arbeiten echte Poeten.

Auch ansonsten wenig Sinnvolles gesehen beim Tierheimbesuch. Wenig. Arme Viecher.

"Das ist doch schrecklich, ...

... mit Chili aufzuwachsen."

(Der Himmelblaue sinniert über Mexiko.)

Stößchen!




Liebe Jutta,
zum Geburtstag von Herzen alles Liebe wünschen Charlotte, Janina und die Drei von der Stanktelle!

Dienstag, 27. Mai 2008

Sätze, die nachdenklich stimmen.

Die Pubertierende und der Himmelblaue gucken fern. Eine Musikshow, von der "Bravo", aber der Himmelblaue besteht darauf, dass es die Verleihung des "Komet" sei, davon lässt er sich nicht abbringen, auch, nachdem ihm die Pubertierende den Viedeo-Text gezeigt hat. Die Stimmung ist gespannt. Ich verlasse den Raum. Kurz darauf höre ich das Händi der Pubertierenden dudeln, sie scheint dem Himmelblauen ihre neuesten Musikdateien vorzuspielen (parallel zur in der Glotze laufenden Musik-Show, versteht sich). Das Händi-Getöne klingt ab und an merkwürdig gedämpft, dann sagt der Himmelblaue plötzlich mit vor Vergnügen glucksender Stimme:
"Probier mal, ob Du das ganz in den Mund kriegst."
Ich hab das mal so stehen lassen. Merkwürdig.

Dienstag, 20. Mai 2008

Komm da raus!

Gestern kommt die Pubertierende aus der Schule, mit sonniger Laune. Sie hat eine drei in der Lateinarbeit, und sie erzählt in epischer Breite, dass die Arbeit total bescheiden ausgefallen sei, sogar ihre Streber-Freundin hat eine fünf, etliche sechsen, sie erzählt und erzählt.
Am Abend, inzwischen ist die beste Lebensgefährtin von allen eingetrudelt, wir sitzen auf dem Sofa, in der Glotze läuft Langeweile, sag ich zur Pubertierenden: "Erzähl der Janina doch mal von Deiner Lateinarbeit." Der Pubertierenden ist aber inzwischen, von mir unbemerkt, offensichtlich eine Hormonlaus über die Leber gelaufen, und sie sagt, ohne die Augen von der Glotze zu bemühen: "Drei."
Die bLva hat es mit Humor genommen, ich dann auch.
Später, am Abendbrottisch, werde ich kühn und frage die Pubertierende: "Weißt Du eigentlich schon, was Du später mal machen willst?"
Sie sagt, ohne die Augen vom Teller zu erheben: "Aldi-Kassiererin."
Ich habe blitzschnell überschlagen, wie lang die Schulpflicht dieses schlecht gelaunte Stück Mensch noch von einer Erwerbstätigkeit und somit von einer eigenen Wohnung fern hält, den Gedanken dann aber verworfen. Macht man ja nicht.
Alles in allem will ich die Pubertierende, wenn sie pubertiert, immer anschnauzen: "Komm da sofort raus!", für mich sitzt sie in einer Schlammgrube und matscht, die soll da raus kommen, aber rabotti. Würde sie wahrscheinlich sogar machen, wenn sie könnte.
Mannmannmann. Kein leichtes Geschäft.