Freitag, 14. April 2017

Beim Aldi, beim Bezahlen.
Ein Mann, der sich mir von hinten genähert hatte, sagt mir irgendwie so von der Seite her, dass mein Schlüssel aus der Hosentasche rage, also aus der hinteren Hosentasche, Jeanshosentasche, um genau zu sein. Etwas schulmeisterlich ist er dabei. "Sie wissen, dass Ihnen da der Schlüssel rausguckt?" Ich will die Augen verengen und die Oberlippe schürzen und den Kopf so hin- und herschieben und sagen: "Jaaaa?! Und?!" Ist mir doch wurst, ob der Schlüssel da rausguckt, aus der Gesäßtasche. Stattdessen verdrehe ich mal kurz aber prägnant meine Wirbelsäule und gucke mir selbst auf den Hintern. Und da sehe ich, dass mein Wagenschlüssel sich durch den Stoff der Tasche gebohrt hat und nach außen ragt.
Ach so meint der das.
Verdammt. Eine nächste Hose, die langsam von mir geht. Sie ist mir lieb, die Hose. Verdammt.
Die Aldibetreuerin, die den jungen, anzulernenden Aldimann an der Kasse betreut, beugt sich etwas vor und sagt zu ihm: "Wo guckt der denn hin?!"
Jetzt komme ich ins Straucheln. Ist das weibliche Solidarität, weil mir einer auf den Hintern geguckt hat (was mir bisher nicht aufgefallen war), oder ist sie verwundert, dass man mir aufs Heck linst? Sollte ich sie fragen? Es geht um meine Eitelkeit.
Ich lasse es gut sein.
Der Mann hat einen Schlüssel sich in die Freiheit bohren sehen, nicht mehr, nicht weniger. Keine Flirterei, nur Erstaunen.
An der Einpacktheke ist er plötzlich wieder da. Er hat jetzt den Schulmeister weggepackt und die Plaudertasche rausgeholt. Erzählt mir, dass er sich letztens erst eine Jeans auf seinem Sofa ruiniert hatte, so ein Loch, eine Sprungfeder hatte sich unbemerkt durch das Polster gebohrt.
Ich beschließe, dass der auf keinen Fall flirten will. Ich jedenfalls würde, wenn ich flirten wollte, beim Erstkontakt nicht unbedingt erzählen, dass daheim bei mir die Sprungfedern aus den Sitzmöbeln ragen. Bei mir zumindest hat das keinen günstigen Eindruck hinterlassen. Obwohl er sehr adrett gekleidet war.  Vielleicht bin ich auch einfach zu alt für diesen Scheiß.
Ich verabschiede mich mit einem jovialen Sachen gibts und wende mich zum Ausgang.

Beim Gehen winkt ihm mein Autoschlüssel freundlich zum Abschied.

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